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Streit beim TSV Hagenburg eskaliert

Wegen Sommertraining + Kommentar Streit beim TSV Hagenburg eskaliert

Der Streit um das Sommertraining der Leichtathleten des TSV Hagenburg scheint zu eskalieren: TSV-Geschäftsführer Axel Flögel hat gegenüber dieser Zeitung klargestellt, dass er das Training nicht verboten hat. Aber auch der langjährige Trainer der Leichtathletiksparte, Michael Sauer, legte nach. Er warf Geschäftsführer und Vorstand vor, ihre Entscheidungen „im stillen Kämmerlein zu treffen“ und nicht rechtzeitig mit den Sparten zu kommunizieren.

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Hagenburg (jpw). Am vergangenen Montag hatte Flögel seinen Worten nach allen Sparten mitgeteilt, dass das Training während der Sommerferien aufgrund einer Regelung, die bereits aus den Zeiten seines Vorgängers stamme, „nicht abrechnungsfähig“ sei. Die Leichtathleten hätten also durchaus weiter trainieren können, sagte Flögel.
Sauer bekräftigte hingegen seine Einschätzung, dass die Weisung Flögels „einem Trainingsverbot“ gleichgekommen sei. Die Übungsleiter hätten das Training „auf eigenes Risiko“ durchführen müssen. „Ich habe mir das diesmal schriftlich geben lassen“, sagte Sauer. Auf „eigenes Risiko“ sei das Training versicherungsrechtlich unmöglich.
„Wenn sich der Geschäftsführer mal die Abrechnungen genau angesehen hätte“, legte Sauer nach, „würde er sehen, dass im Sommer von mir nur noch anderthalb Stunden am Montagabend abgerechnet werden“. Sauer bekommt als Trainer zehn Euro für eine Zeitstunde. Alle anderen Trainingseinheiten in der Woche sowie das Training mit den TSV-Kaderathleten in Wunstorf und Hannover leiste er schon jetzt ehrenamtlich.
„Auch die Fahrten und Übernachtungen als Trainer bei zweitägigen Sportfesten finanziere ich selbst“, sagte Sauer erbost und schloss: „Kilometergeld habe ich noch nie abgerechnet.“ Die „Kindergruppen“, auf die sich Flögel bezöge, fänden im Sommer ohnehin nicht statt. Trainiert würde nur mit den Athleten, die sich in der Wettkampfsaison befänden.
Verärgert ist Sauer auch darüber, dass es von Vereinsseite ohne vorherige Kommunikation ein Verbot gegeben habe, Kopien in einem Hagenburger Geschäft zu günstigeren Konditionen fertigen zu lassen. Leider sei es ihm nicht möglich, in der Wettkampfsaison Kopien in der Geschäftsstelle zu fertigen, da mittwochs Trainingseinheiten in Wunstorf und Abendsportfeste zu absolvieren seien.
Sauer, der auch die Vereins-Wettkampfgebühren – im zweiten Quartal mehr als 500 Euro – zunächst privat verauslagen muss, hatte in dieser Angelegenheit bereits am 10. Juli per Mail über den Spartenleiter den Vorstand um ein Gespräch gebeten, um nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Eine Antwort hat er seinen Angaben zufolge bis heute nicht bekommen.

Kommentar

Ohne Augenmaß

Erfolg und ambitionierte Arbeit haben im Amateursport ihren Preis. Auch, wenn dieser nur die mager ausfallende Übungsleiteraufwandsentschädigung bedeutet. Vereinsinterne Regelungen, die noch aus einer Zeit stammen, als in den Sommerferien auf dem Sportplatz außer verbranntem Rasen nichts los war, hätten längst angepasst werden müssen. Und zwar im vertrauensvollen Zusammenwirken von Sparte und Vorstand. Was beim Fußball mit der Saisonvorbereitung längst funktioniert, hätte auch bei erfolgreichen Leichtathleten, dem Glanzstück des Vereins, möglich sein müssen.
Die Argumentation des Vorstandes zeigt, dass es nicht darum geht, das Training zu verhindern, sondern ohne Augenmaß an der falschen Stelle zu sparen. Im Augenblick steht aber leichtfertig wegen einer vergleichsweise kleinen Summe die hervorragende (Jugend-)Arbeit der vergangenen Jahre auf dem Spiel.

Von Jan-Peter Wiborg

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