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Verschnaufpause tabu

Treppenlauf-Weltrekordler Jan Bergmann will weitermachen Verschnaufpause tabu

„Was, Sie sind bei der Arbeit? Keine Krankschreibung, kein Urlaub?“ Jan Bergmann kann das ungläubige Erstaunen des Radioreporters nicht fassen. Einen Tag nach seinem Sieg beim weltweit ersten Treppenhaus-Marathon im hannoverschen Annastift, ist für den 37-jährigen Hagenburger längst wieder der Alltag eingekehrt.

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Für den ungewöhnlichen Marathon hat sich Jan Bergmann die Treppentechnik angeeignet.

Quelle: jpw

Hagenburg.  Gehen und Treppensteigen geht bei ihm immer noch. Äußerlich ist Bergmann nichts von den Strapazen anzumerken. Dem frisch gebackenen Weltmeister und Weltrekordler gehorcht sein Körper auch rund 24 Stunden nach dem Ende der Tortur. Resultat aus 15 Jahren Extremsport mit 65 Ultramarathons und 155 Marathons: „Das Beste nach dem Wettkampf ist ohnehin leichte Bewegung“, sagt er. Aber dabei soll es auch bleiben. Irgendwann in der nächsten Woche will er wieder bei einem „Läufchen“ von ungefähr einer Stunde in sich Hineinhorchen, ob es noch irgendwo zwickt und zwackt und dann geht es auch wieder ins Treppenhaus – wieder in den Annastift: „Ich habe Blut geleckt.“

 Noch vor rund einem Jahr hörte sich Bergmann die Begeisterung für Treppenläufe seines neuen Lauffreundes, dem Coach und Mentaltrainer Horst Liebetruth nur an. Liebetruth schwärmte speziell für den 24-Stunden-Treppenlauf durch die Weinberge im sächsischen Radebeul. Der Hagenburger fand Gefallen an der Idee, meldete sich schließlich ebenfalls für Radebeul an. „Aber wo sollte ich trainieren?“, sagt er lachend. „Die eine Treppe hoch zu meinen Eltern reicht nicht.“ So bekam der Ausdauersportler die Sondergenehmigung, gemeinsam mit Liebentruth im Treppenhaus des Annastiftes laufen zu dürfen. Dabei ließ er sich die Treppentechnik erklären: „Ideal ist es, den Gewichtsschwerpunkt möglichst vor den Knien zu haben, damit denen nichts passiert.“

Von Liebentruths nächster Idee, in diesem Treppenhaus auch einen Marathon zu veranstalten, war Bergmann sofort begeistert. „So etwas gab es noch nie.“ Doch selbst bei den Organisatoren herrschte Skepsis darüber, ob eine solche Strapaze unter ärztlicher Aufsicht machbar ist. Deshalb startete der Lauffreund schließlich mit neun handverlesenen Teilnehmern, alles hochqualifizierte Extremsportler. Sechs von ihnen erreichten am Ende das Ziel. Doch: „Jeder Teilnehmer ist Sieger“, stellt Bergmann fest. „Es gehörte schon Mut dazu, überhaupt hier anzutreten.“

Dass er jetzt Weltrekordler und Weltmeister ist, nimmt er gerne nebenbei mit, „aber kaufen kann ich mir dafür nichts“. Verändert hat sich aber trotzdem einiges: Bergmann wird jetzt für den Lauf in Radebeul im April, für den er eigentlich nur trainieren wollte, in der Szene als Mitfavorit gehandelt. jpw

210 Sekunden pro Runde

7200 Höhenmeter auf 42,195 Kilometer, 83 808 Stufen auf 5044 Etagen, das sind die Zahlen einer riesigen, sportlichen Leistung. Bergmann hat elf Stunden 38 Minuten für die 194 Durchgänge vom Untergeschoss über 13 Etagen bis zum Dach und wieder zurück gebraucht. Das bedeutet etwas mehr als dreieinhalb Minuten für einen Durchgang.
Zum Vergleich: Der Treppenlauf bis zum 86. Stock des Empire-State-Buildings in New York ist geradezu harmlos gegen den Lauf im Annastift: Zu bewältigen sind 1576 Treppenstufen und 320 Höhenmeter.   jpw

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