Loccum (ade). Laut hallt die Glocke durch den Saal der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum. Schließlich will der „Pingelkeerl“ – Loccums Ausrufer – sein Publikum auf sich aufmerksam machen, um die neuesten Nachrichten zu verbreiten. Der kleine Mann, der verkündet, was sich in Loccum in den vergangenen Jahrhunderten an Spannendem zugetragen hat, und der zudem eine Vorliebe für Klatsch und Tratsch aus dem Dorf hat, ist eine der historischen Figuren, die noch in diesem Jahr Botschafter für Rehburg-Loccum werden sollen.
Drei „Rehburg-Loccumer Spaziergänge“ bereitet die Stadt vor. Durch Loccum, Rehburg und Bad Rehburg sollen Führungen mit Geschichte und Geschichten angeboten werden. Die Auswahl derjenigen, die diese Botschafter sein sollen, ist an einem Nachmittag in der Heimvolkshochschule im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne gegangen.
29 Bewerber sind gekommen, teils einfach nur neugierig auf das, was als Informationsveranstaltung angekündigt war, teils mit dem festen Vorsatz, eine der historischen Figuren zu werden. Informationen haben sie erhalten und eine Vorstellung von dem, was von ihnen erwartet wird, wenn sie im Schauspiel unterrichtet werden und in „Märchenstunden“ wie auch bei Spaziergängen auf den Routen Hintergrundwissen zu der Geschichte der Stadt bekommen.
Erste Ansätze zum Schauspiel hat der Theaterpädagoge Hans Zimmer mit ihnen ausprobiert. Gehen und sprechen, die Stimme heben, gestikulieren und auf sich aufmerksam machen – das waren die Übungen, die er vorbereitet hatte. Als „Jury“ am Rand saßen derweil das Autorenehepaar Marion und Derek Meister, die die Drehbücher für die Spaziergänge schreiben, Rehburg-Loccums Bürgermeister Martin Franke und die Vorsitzende des Kulturausschusses, Elke Lustfeld.
Die Aufgabe, die ihnen nun zufällt, ist die Auswahl der Gästeführer. Deren Anzahl je Ortsteil ist beschränkt, sodass manchen derjenigen abgesagt werden muss, die zum Ende des Nachmittags meinten, dass sie gerne dabei sein wollen.
Wer nun in Loccum die Glocke als „Pingelkeerl“ schwingen wird, in Rehburg als „Schankwirtin Anni“ mit losem Mundwerk und dem Versprechen, dass am Ende des Weges Kaffee und Kuchen warten, und in Bad Rehburg als „Barbierin“, die einst Bismarck an die Gurgel gegangen ist, auf historischen Pfaden wandeln wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen.
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