Rehburg-Loccum (ade). Manfred Teschner war nahe dran, seinen Computer aus dem Haus zu werfen. Wochenlang fiel das Internet bei ihm immer wieder aus, stundenlang hing er am Telefon, kämpfte sich durch die Warteschleifen der Telekom und bat die Service-Mitarbeiter um Hilfe. Ein Technik-Freak ist Teschner nicht, das Internet nutzt der Rehburger aber beispielsweise, um Bestellungen für den Büchertisch seiner Kirchengemeinde aufzugeben, den er betreut. Da er aber das Pech hat, im Norden Rehburgs zu wohnen, gab es für ihn mit ISDN nur eine minimale Daten-Lösung. Das Technik-Gebäude, das das DSL-Signal bis zu ihm schicken soll, liegt viele Kilometer entfernt in Bad Rehburg. Rund zwei Kilometer von dem Verteiler entfernt, schätzt Wolfgang Völkel, kommt wirklich schnelles Internet an. Von Bad Rehburg bis zu Teschner sind es immerhin rund sieben Kilometer.
Dieses Problem ist altbekannt und betrifft nicht nur die nördliche Siedlung in Rehburg. Auch in Rehburgs Vehrenheide und in der Düsselburger Straße, in Münchehagen „Auf der Heide“ und in der Heidestraße und in Loccum beispielsweise in der Siedlung Kreuzhorst müssen die Einwohner Geduld haben, wenn sie die unendlichen Weiten des World Wide Web nutzen wollen. Mancher kann sich in Ruhe einen Kaffee kochen, während er auf den Aufbau der gewünschten Website wartet.
Für Manfred Teschner gilt das nicht mehr. Er hat neben seinem Computer seit einigen Wochen einen Funkempfänger stehen, der – im Vergleich zu vorher – blitzschnellen Zugriff auf das Internet gewährt. Völkel hat ihm dazu verholfen – weil er Teschner gut kennt und weil er sich als Mitarbeiter der Telekom mit der Materie auskennt. Da solche Hilfestellungen aber nicht seine eigentliche Aufgabe bei dem Unternehmen sind, er aber dennoch die Möglichkeiten in der Stadt gegen lange Leitungen aufzeigen möchte, hat er – der auch Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen ist – auf deren Website www.gruene-rehburg-loccum.de etliche Informationen zusammen getragen.
Grundsätzlich gäbe es für alle Kunden in den Problembereichen zwei Chancen auf schnelleres Internet, sagt Völkel. Das eine sei die Lösung der Deutschen Telekom, per Funk über einen LTE-Sender versorgt zu werden. Die andere Lösung sei ebenfalls ein Funkempfänger, der von der Firma Northernaccess angeboten werde. Northernaccess habe vom Landkreis Nienburg den Auftrag erhalten, die DSL-Struktur zu verbessern. Während die Telekom Sender auf dem Bad Rehburger Brunnenberg und bei Mardorf aufgebaut hat, die Rehburg-Loccum versorgen sollen, ist Northernaccess dazu übergegangen, mehrere Verteiler direkt im Stadtgebiet zu installieren. Technische Erläuterungen, Zeichnungen und Querverweise zu den beiden Anbietern hat Völkel auf der Website hinterlegt. Lange Leitungen könnten für diejenigen, die beim Aufbau dieser Seiten noch einmal Geduld beweisen, demnächst passé sein.
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