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Sachsenhagen Als die Obere Straße noch die Aue war
Schaumburg Seeprovinz Sachsenhagen Als die Obere Straße noch die Aue war
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00:33 10.11.2014
Heute sind vom einstigen Schlossbereich nur noch der Turm, das Amtshaus, ein Nebengebäude und der Brunnen übrig. Quelle: jpw
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Sachsenhagen. Wo sich heute die Obere Straße befindet, floss einst die Aue. „Überhaupt“, so berichtet Anne Beckmann, vom Heimatverein Sachsenhagen-Auhagen, „hat es damals noch viel mehr Wasser gegeben.“

Allerdings – so viel, wie auf der Zeichnung, die ihr Mann Theodor nachkoloriert hat – soll es nun auch wiederum nicht gewesen sein. Die Zeichnung selbst basiert auf einem Grundriss von 1677, den die Stadtführerin Erika Sembner bei ihren Führungen stets mit sich trägt. „Ein Herr Brandt“, berichtet Anne Beckmann, „hat sie gefertigt.“ Er sei kein Sachsenhäger, aber zweimal bei einer Führung gewesen, bevor er den Grundriss in plastischen Gebäuden erstehen ließ.

Brandt hat den Schlossbereich um Schlossturm und Amtshaus wieder entstehen lassen und auch den Brunnen, die zwei Halbschalen, die heute vor dem Schlossturm im parkartigen Areal stehen, nicht vergessen.

1962 sei die Aue nach einigen Verlegungen und Aufschüttungen neu ausgehoben worden: „Bis dahin gab es immer noch die Probleme mit den Überschwemmungen“, sagt Anne Beckmann.
Das Vorwerk – heute der Parkbereich – ist längst verschwunden. Ohnehin habe dort nur ein einziges Haus gestanden, erzählt Anne Beckmann. Zwischenzeitlich hätten sich links die Bleichwiese und rechts die Gärten befunden.

Die Durchfahrt am Schlossturm ist an der Wende zum 20. Jahrhundert abgerissen worden. Der Kommunalarchäologe Jens Berthold ist bei Ausgrabungen am Fuß des Schlossturms eher zufällig auf die entsprechenden Fundamente gestoßen.

Stilisiert dargestellt ist die Domäne am unteren Bildrand. Vis-a-vis befindet sich der erste Durchgang. Im kleinen Turm kontrollierten zu den Zeiten, als der Schlossturm noch bewohnt war, Soldaten die Besucher. „Es kam sicherlich nicht jeder in diesen Bezirk“, weiß Beckmann. Nicht auf dem Bild zu sehen, im rückwärtigen Bereich der Domäne, dort, wo sich heute die Entlastungsstaße befindet, habe es einen großen Teich, einen Karauschenteich gegeben.

Die Zeichnung ist bei der Familie Beckmann zu bekommen. Anfragen unter Telefonnummer (0 57 25) 91 32 03. jpw

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