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Bewährung für betrügerischen Unternehmer

In 19 Fällen Kunden oder Lieferanten geprellt Bewährung für betrügerischen Unternehmer

Zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten mit Bewährung hat das Schöffengericht in Stadthagen einen betrügerischen Unternehmer aus der Samtgemeinde Sachsenhagen verurteilt.

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Quelle: dpa

Sachsenhagen/Stadthagen. Lieferanten des Anlagenbauers waren auf ihren Rechnungen sitzen geblieben, Kunden bekamen für ihr Geld keine oder nicht die volle Gegenleistung.

 „Die Geprellten waren Kleinunternehmer und Mittelständler, die auf pünktliche Zahlungen angewiesen sind“, erklärte Richter Kai Oliver Stumpe. Im Prozess ging es um 19 Fälle von Betrug. Der Schaden dürfte mehr als 50000 Euro betragen. Mit den Kunden war Vorauszahlung von Teilbeträgen vereinbart worden.

 Verbunden ist die Entscheidung mit mehreren Auflagen. So darf der wiederholt vorbestrafte Angeklagte drei Jahre lang nicht mehr unternehmerisch tätig werden und muss 100 Sozialstunden ableisten. Vor dem Gefängnis hat den 59-Jährigen vor allem dessen Geständnis bewahrt. Außerdem liegen die Taten schon länger zurück, zum Teil sechs Jahre.

 „Ich habe viele, viele Fehler gemacht“, räumte der Angeklagte in seinem Schlusswort ein und kam zu der Erkenntnis: „Strafe muss sein.“ Staatsanwalt Wilfried Stahlhut hatte ebenfalls auf Bewährung plädiert, wenn auch „mit Bauchschmerzen“. Voraussetzung für Bewährung ist eine günstige Sozialprognose. In diesem Fall, so hieß es, sei erstens mit der Firma Schluss. Zweitens sei der Angeklagte „stetig um Wiedergutmachung bemüht“. Einen Teil hat er bereits abgezahlt.

 Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Nach der Wende lief es wie geschmiert. „Ich konnte meinen Umsatz jedes Jahr verdoppeln“, erinnert sich der Unternehmer. „Das waren goldene Zeiten.“ Später lief nichts mehr. Nachdem der Chef 2005 ein anderes Unternehmen aufgegeben hatte, siedelte er sich mit einer Firma für Industriedienstleistungen, die zum Beispiel Lüftungsanlagen zum industriellen Gebrauch lieferte und montierte, in der Samtgemeinde Sachsenhagen an.

 Weil er selbst wegen früherer Unregelmäßigkeiten ein Gewerbeverbot hatte, lief das Unternehmen auf den Namen seiner Lebensgefährtin, die lediglich eine „Strohfrau“ war. In Schieflage geriet die Firma 2009. „Man hatte früher einen Schlussstrich ziehen müssen“, räumt Verteidigerin Heike Köster ein. Trotzdem machte der Mann noch bis 2012 weiter. Er fungierte als Betriebsleiter und zog die Fäden, ließ sich aber lediglich ein 400-Euro-Gehalt auszahlen. „Mein Mandant hatte sicher nicht die Absicht, sich zu bereichern“, glaubt Verteidigerin Köster.

 Gegen die Lebensgefährtin liefen später ebenfalls jahrelange Ermittlungen, bevor das Verfahren eingestellt wurde. Der Angeklagte, so Richter Stumpe, habe die Frau mit reingezogen. „Sie hat damit nichts zu tun“, versicherte der 59-Jährige. Dem Unternehmer gingen der Niedergang seiner Firma und 2011 die Trennung von der Lebensgefährtin so nahe, dass er zeitweise „den Gedanken“ hatte, „mich vor einen Zug zu werfen“.  ly

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