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08:41 25.01.2017
Gerda Philippsohn. Quelle: pr
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Sachsenhagen

Gerda Philippsohn lebte bis zu ihrem elften Lebensjahr in Sachsenhagen, ging dort zur Schule. 1942 wurde Philippsohn mit ihren Eltern und elf weiteren jüdischen Sachsenhägern zwangsweise deportiert. „Gerda hat nirgendwo ein Grab, weil sie in einem Lager umgekommen ist“, erklärte Schulleiterin Imke Herrmann den Mädchen und Jungen.

Sandsteinstele vor sieben Jahren errichtet

Vor sieben Jahren haben frühere Grundschüler zum Gedenken an Gerda eine Sandsteinstele auf dem Schulhof errichtet; ein Bildhauer half dabei. Die Stele bildete den Mittelpunkt der gestrigen halbstündigen Feier.

Die Schüler kamen zu Wort: „Wir vom Schülerrat haben uns Gedanken darüber gemacht, was Gerda alles durchmachen musste, nur weil sie Jüdin war“, las die neunjährige Isabella Menzer vor und zeigte das heutige Leben der Schüler auf: Man werde vielfach von den Eltern verwöhnt, habe Freizeit, könne mit Freunden spielen und lernen.

Schüler berichten über Philippsohns Schicksal

Die Neunjährige: „Gerda hatte leider nicht so viel Glück.“ Mehrere Mitschüler wechselten sich nun am Mikrofon ab und zählen auf, was Philippsohn widerfuhr: „Stell dir vor du dürftest mit keinem anderen mehr spielen; dein Vater würde im Zug neben dir sterben; du müsstest alle deine Freunde verlassen; du wirst von allen Kindern ausgeschlossen und gedisst; du wirst in ein Arbeitslager gebracht und müsstest den ganzen Tag schuften.“

Anschließend legten die Sprecher jeweils eine Rose auf der Stele ab. Weitere Schüler platzierten weiße Papiertauben drum herum. Zum Schluss stiegen aus Schülerhänden Dutzende bunte Ballons in den Himmel, die symbolisch und mit angehängten Karten „Frieden nach Hause und in die Welt“ tragen sollten. sk

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