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Der Marktplatz ist das Herzstück

SN-Ortsspaziergang Der Marktplatz ist das Herzstück

Wie gut kennen Sie Ihren Ortsteil? Oder den Ihrer Freunde? Finden Sie‘s raus – unterwegs mit Sachkundigen beim SN-Ortsspaziergang. Heute geht es um Sachsenhagen und den Stadtteil Nienbrügge. Dort sind wir mit Bürgermeister Ralf Hantke unterwegs.

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Alt und neu: Das historische Rathaus und der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Sachsenhagen bilden eine Einheit.

Quelle: ano

SACHSENHAGEN. Auch wenn Sachsenhagen nicht die größte Ortschaft der gleichnamigen Samtgemeinde ist, so ist sie doch deren Verwaltungssitz.

Mit etwas unter 2000 Einwohnern zählt die Stadt, zu der auch der Teil Nienbrügge gehört, zu den kleinsten in Niedersachsen. Mit Hagenburg teilt sich Sachsenhagen die politischen Angelegenheiten auf Samtgemeindeebene, etwa Ratssitzungen. Sachsenhagen und Nienbrügge weisen eine Fläche von 15,53 Quadratkilometern auf.

Sachsenhagen geht auf die Wasserburg Sachsenhagen im Dülwald zurück, die zwischen 1248 und 1253 von Herzog Albrecht I. von Sachsen („Albrecht dem Bären“) südlich an der Sachsenhagener Aue erbaut wurde, um das Gebiet in Besitz zu nehmen. Obwohl Stadt und Burg den Namen eines Hagens tragen, ist der Ursprung nicht eine bäuerliche Hagensiedlung wie in Auhagen, sondern ein bäuerlicher Flecken, dessen Einwohner neben Ackerwirtschaft freiem Handel und Handwerk nachgingen.

Kein Apothekennachfolger in Sicht

Die Stadt verfügt über ein breites Angebot, hat unter anderem eine Krippe, einen Kindergarten und eine Grundschule. Im Oktober fängt die neue Kindertagesstätte „Am Ziegenbach“ an. Dazu gibt es zwei Allgemeinmediziner, einen Zahnarzt, eine Physiotherapie-Praxis, eine Rettungswache, eine freiwillige Feuerwehr sowie weitere Angebote.

Ein Problem sei jedoch die Schließung der Apotheke am Markt, sagt der seit November 2016 im Amt befindliche Bürgermeister Ralf Hantke: „Hier ist kein Nachfolger in Sicht.“

Sachsenhagen blieb nach seiner Gründung im Mittelalter lange eine recht unbedeutende Siedlung. Erst mit Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1650 ergaben sich neue Möglichkeiten. Der Bau der Kirche im Zentrum, an die 1976 ein Turm angebaut wurde und die seit 2004 den Namen „Elisatbethkirche“ trägt, wurde dadurch ermöglicht.

Doch in Sachsenhagen gab es nicht nur die Zeiten des Aufschwungs. Im Jahr 1619 zerstörte ein Brand beinahe das gesamte Zentrum, nur wenige Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert blieben übrig. Im Ortskern bietet sich auch der eine oder andere Leerstand, alte Häuser warten teilweise auf ihre Sanierung.

Vereine prägen das Leben

Das Sachsenhäger Schloss ist eine weitere Sehenswürdigkeit. Vor ihm befindet sich der Brunnen, an dem im Mai erstmals das „Brunnenfest“ ausgerichtet wurde. Außerdem gibt es zwei Geldinsitute. Im jährlichen Wechsel steigen das Stadtfest und die Gewerbeschau. Es gibt rund 30 Vereine, die das Leben der Stadt in erheblicher Weise prägen, der größte ist der SV Victoria Sachsenhagen mit seinen beinahe 500 Mitgliedern.

Eine besondere Attraktion ist auch das alljährliche Sachsenhäger Schützenfest. In Sachen Resonanz stelle es eine ganz besondere Veranstaltung dar, äußert der Bürgermeister: „Bei weniger als 2000 Einwohnern gibt es rund 500 Teilnehmer am Schützenfest. Das ist eine Quote, mit der nur wenige Orte aufwarten können.“ Die evangelische Kirche lädt jedes Jahr zum Neujahrsempfang ein.

Ähnlich wie Hagenburg ist auch Sachsenhagen als Wohnort sehr beliebt. Gerade haben die Arbeiten auf einem neuen Areal, der „Beethovenstraße Süd“ in Richtung des benachbarten Auhagen, mit dem die Gemeinde teilweise unmittelbar zusammengewachsen ist, begonnen. Der Bereich beinhaltet auch eine seniorengerechte sowie barrierefreie Wohnmöglichkeit in der Mitte.

Entsorgungszentrum sorgte für Aufregung

Zwischen 2003 und 2012 war Sachsenhagen im Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen. Im privaten Bereich wurden 20 Projekte mit über 100 000 Euro gefördert. Im öffentlichen Bereich wurden acht Bauprojekte mit mehr als 600 000 Euro bezuschusst. Das öffentliche Investitionsvolumen belief sich auf fast drei Millionen Euro. Hiervon trug die Stadt etwa 1,2 Millionen Euro. Herzstück der Dorferneuerung war die Um- und Neugestaltung des Sachsenhäger Marktplatzes.

Bewegung ist inzwischen in das Gewerbegebiet am Ortsausgang gekommen. Vor wenigen Tagen fing das DRK mit dem Bau der neuen Rettungswache dort an. Weitere Einrichtungen sollen folgen.

Eine Ansiedlung, die früher äußerst umstritten war, ist das Entsorgungszentrum Schaumburg (EZS). Mittlerweile haben sich die Gemüter bei dem Thema allerdings beruhigt.

Aushängeschilder sind abseits des Stadtkerns die überregional bekannte und vor allem von zahlreichen Vereinen frequentierte Gaststätte „Gerland“ in Nienbrügge und die im Sachsenhäger Wald befindliche Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen. Bekannt ist auch das Scheunenfest in dem etwa zwei Kilometer von der Kernstadt entfernten Ortsteil. ano

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