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Haariger Allesfresser in Fußgängerzone aufgegabelt

Sachsenhagen / Chinesische Wollhandkrabbe Haariger Allesfresser in Fußgängerzone aufgegabelt

Eine haarige und ziemlich große Krabbe ist kürzlich in der Bückeburger Fußgängerzone aufgetaucht. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem Tier um eine Chinesische Wollhandkrabbe, die sich in Norddeutschland invasionsartig ausbreitet.

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Die Spannweite der Krabbenbeine kann eine Länge von bis zu 30 cm erreichen.

Quelle: kil

Sachsenhagen (kil). Peter Walter hatte das Tier bei einem Spaziergang mit seiner Tochter entdeckt und direkt in die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen verfrachtet. Dort fand sie Unterkunft in einem Aquarium.

Wie Florian Brandes von der Wildtierstation mitteilt, war diese Krabbenart ursprünglich im Osten Chinas beheimatet. In Europa sei die Spezies vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts als Larve mit dem Ballastwasser von Handelsschiffen eingeschleppt worden. Den Namen habe die Tierart ihrem dichten „Haarpelz“ zu verdanken.

Inzwischen besiedelten die Krabben auch größere Flussläufe in Norddeutschland. Brandes vermutet, dass die Tiere über den Mittellandkanal ihren Weg nach Schaumburg gefunden haben.

Die Ankunft dieses „Neubürgers“ sorge für Unmut. Warum? – „Die Wollandkrabbe stellt eine Bedrohung für die europäische Fließgewässerfauna dar“, erklärt Brandes. Weil sie kaum natürliche Feinde habe, könne sie sich ungehemmt vermehren. Als Allesfresser trete sie dabei in Nahrungskonkurrenz zu anderen Wasserbewohnern.

Außerdem könne das massenhafte Graben von Hohlgängen Uferbauten und Dämme zum Einstürzen bringen und Drainagen verstopfen. „Auch unter Anglern und Fischern sind Wollandkrabben unbeliebt“, weiß Brandes. Unbemerkt nagten die haarigen Wassertiere den Köderfisch vom Angelhaken und durchtrennten dabei so manches Mal die Schnur, um an ihre Beute zu gelangen. Zudem zerschnitten sie sogar ganze Fischernetze und bedrohten die Zuchtfische in den Fischteichen.

Nach Angaben der Wildtierstation könne man die Krabbenart „wohl durch keine wirksame Maßnahme mehr aus unserer Natur entfernen.“

Nichtsdestotrotz haben die Tiere Brandes zufolge auch einen praktischen Nutzen: „In der chinesischen Küche sind Wollhandkrabben eine begehrte Delikatesse.“

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