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Runder Hafengeburtstag steht ins Haus

Sachsenhäger Hafen wird 100 Jahre alt Runder Hafengeburtstag steht ins Haus

Im Herbst 1916 muss es gewesen sein, als das erste Schiff im neu gebauten Sachsenhäger Hafen anlegte. Der Stadt steht also im nächsten Jahr ein runder Hafengeburtstag ins Haus.

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Große Hoffnungen setzen die Sachsenhäger vor rund 100 Jahren in den Bau des Mittellandkanals – mit ihrem Hafen.

Quelle: pr.

Sachsenhagen. Der damalige Bürgermeister, Landwirt Heinrich Reinecke war es, der bereits 1907 darauf drängte, dass der Stadtrat einen Hektar Land zur Herstellung eines Anlegeplatzes am Mittellanal aussetzen solle. Reinecke erkannte die Chance: „Unser Städtchen hat wie bekannt, keine Bahnverbindung“, berichtete er zu Beginn der Bauarbeiten im Jahre 1912. Dadurch sei „der geschäftliche und sonstige Verkehr hier äußerst geringer und trauriger Art.“ Durch die Anlage des Kanals hege die Stadtvertretung nach reiflicher Überlegung die Gewissheit, dass dadurch Handel und Verkehr aufleben. Reinecke wollte „die Gelegenheit nutzen, und in Anbetracht der günstigen Lage“ eine Uferladestelle anlegen.

 Mithilfe der Königlichen Kanalbaudirektion bekam die Stadt nicht nur einen Hektar Land für einen Anlegehafen, sondern auch einen dreieinhalb Hektar großen Komplex zum vollständig projektierten Stichhafen am Anlegeplatz zugewiesen.

 Aber Reinecke blieb Realist: „Was die Rentabilität der Anlage anbetrifft, so wird von Anfang an nicht gleich mit großen Überschüssen zu rechnen sein“, schrieb der Bürgermeister. Doch mittelfristig rechnete er mit der günstigen Nähe der Verladung für die „große und holzreiche, fiskalische Waldung sowie mit den vier bis fünf Kilometer entfernten Wölpinghäuser und Rehburger Sandsteinbrüchen sowie mit der großen Ziegelei am Platze, die über vier Millionen Mauersteine fertigt“. Doch auch ein bedeutendes Getreide-, Dünger- und Futtermittelgeschäft sowie zwei gut situierte Holz- und Bretterhandlungen führte das damalige Gemeindeoberhaupt Sachsenhagens als potenzielle Zugpferde ins Feld.

 Bereits im Herbst 1913 hatten Arbeiter die Anlegestelle fertiggestellt, doch es dauerte noch drei weitere Jahre, bis der Kanal auf der Strecke von Minden bis Hannover freigegeben werden konnte. Im Herbst 1916 befuhren die ersten Frachtschiffe die neue Wasserstraße. Die Stadt stellte den Hafen und das neue Wendebecken dem preußischen Staat zur Verfügung, der nun wiederum das Areal an die Union-Schiffahrts- und Lagerhausgesellschaft verpachtete, um dort Kalisalz aus dem Schacht Bokeloh umzuschlagen. Der Hafen entwickelte sich zur wichtigsten Einnahmequelle der Stadt.

 Städtische Hoffnungen auf einen weiteren Ausbau und weiteren Güterverkehr, die bis in die jüngste Zeit gehegt wurden, haben sich bisher nicht erfüllt. Trotzdem gibt es Grund zum Feiern in der kleinsten Hafenstadt Schaumburgs. Alljährlich verbreitet der Schaumburger Shanty-Chor beim Himmelfahrtskonzert im Sachsenhäger Hafen maritimes Flair. Dazu holen sich die Sänger traditionell stimmkräftige Unterstützung aus der Umgebung. In diesem Jahr gibt es mit dem 100. Hafengeburtstag dann sogar einen besonderen Anlass für das Konzert am Himmelfahrtstag. jpw

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