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Sachsenhagen Sachsenhäger wollen Raser stoppen
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00:30 13.09.2015
Hat bisher offenbar nicht zum gewünschten Erfolg geführt: Die Tempo-30-Zone an der Ernst-August-Straße. Quelle: jpw
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Sachsenhagen

Dass die Polizei dabei nicht in erster Linie an Spitzenwerten interessiert ist, sondern als Bewertungsmaßstab die „V 85“ nimmt, die Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der Autofahrer gefahren wird, machte Polizeihauptkommissar Werner Müller für Bergtrift und Dülfeld deutlich: „Mit 71 und 72 Stundenkilometern ist das wesentlich schneller als in anderen Orten“, sagte der Sachbearbeiter „Verkehr“ der Polizeiinspektion Nienburg.

Allerdings befinde sich Sachsenhagen „auf einer Insel der Glückseeligen“, weil es trotz der hohen Geschwindigkeiten an beiden Stellen keinen Unfallschwerpunkt gebe. Aus diesem Grund sah Müller zunächst keinen Möglichkeit, den Straßenbaulastträger oder auch den Landkreis zum Eingreifen zu bewegen.

Vermutlich müsste die Stadt mögliche Umbauten oder Veränderungen an der Straße selbst finanzieren. Auch ein Kreisel für das Dühlfeld kam noch einmal ins Gespräch. Dieser sei diskutiert, aber verworfen worden, erinnerten sich der Ausschussvorsitzende Markus Heinz (SPD) und Bürgermeister Heinz Mensching (SPD). Notwendige Flächen hätten nicht zur Verfügung gestanden.

„310 Autofahrer sind innerhalb von fünf Tagen die Bergtrift mit mehr als 100 Stundenkilometer heruntergebraust“, sagte Volker Töpp (CDU), da müssten doch bei den Verantwortlichen alle Alarmglocken klingeln. Ralf Hantke (parteilos) erinnerte Müller daran, dass es seines Wissens nach eine gesetzliche Pflicht zum Eingreifen gebe, zumal ein „Geschwindigkeitsproblem“ erkannt sei.

Einig waren sich der Polizist und das Gremium, dass auch die Einführung der Tempo-30-Zone an der Ernst-August-Straße kaum zu einer wesentlichen Temporeduzierung geführt hat.

Die Ablehnung der Verkehrssicherheitskommission, für den Wunsch der Stadt Tempo 70 am Ortsausgang in Richtung Dülfeld einzuführen, begründete Müller damit, dass die Ortstafel von Weitem gut sichtbar sei. Nach massiver Kritik aus den Reihen der Kommunalpolitiker sagte er schließlich zu, dieses Anliegen wieder in das Entscheidungsgremium zu tragen, das in der nächsten Woche tagt. Weiterhin empfahl er, am Ortsausgang Dülfeld optisch „einen städtischen Charakter“ herzustellen. jpw

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