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So geht es unter die Haube

Sitten und Bräuche in Schaumburg So geht es unter die Haube

Mit einem Gedicht von Wilhelm Busch hat Sophie Mensching ihren Vortrag über „Sitten und Gebräuche im Schaumburger Land“ eröffnet. Die Heiratssitten haben sich im Laufe der Zeit geändert. Mensching weiß, welche Bräuche es in Schaumburg gab.

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Von Brautkronen und Bernsteinketten: Sophie Mensching kennt sich mit den Schaumburger Sitten in früheren Zeiten aus.

Quelle: pr.

SACHSENHAGEN. Mit Brautkrone, Bernsteinketten, Strümpen, Schürzen und Bändern der heimischen Tracht zur Anschauung schilderte sie vor mehr als 50 Landfrauen, wie sich das Heiraten und die Geschlechterverhältnisse im Lauf der Geschichte gewandelt haben.

 Ab dem Mittelalter war es üblich, dass Ehen arrangiert wurden und die Eltern den richtigen Partner für ihre Kinder wählten. War dieser gefunden, wurde vor dem Amtsrichter ein Ehevertrag aufgesetzt. Bei Einheirat der Frau ging ihre Mitgift in den Besitz des Mannes über, da die Frauen zu der Zeit keine bürgerlichen Rechte besaßen. Geborene Kinder bekamen immer mehrere Patinnen, die auch „Gevatterinnen“ genannt wurden, die im Falle des Todes der Eltern die Verantwortung für das Kind übernahmen, weiß Mensching.

 Uneheliche Kinder waren ein Makel für Frauen

 Ein Dorf war ein soziales Gefüge, nachbarschaftliche Hilfe und Verantwortung waren lebensnotwendig. Uneheliche Kinder galten als ein großer Makel für Frauen. Sie blieben meist ledig und mussten für ihren Lebensunterhalt beispielsweise als Schneiderin selbst sorgen. Ehen wurden ausschließlich vor einem Pastor geschlossen. Erst ab 1874 war es möglich, bürgerlich zu heiraten. Eine Scheidung seitens der Frau war bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts nicht möglich. Frauen konnten erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts studieren, bekamen 1919 das Wahlrecht, mussten eine Einverständniserklärung des Ehemannes bei Berufstätigkeit vorlegen und hatten ab 1961 die Möglichkeit der eigenen Empfängnisverhütung über die Pille.  r

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