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Winterquartier für Igel

Stachelige „Schmadderbacken“ Winterquartier für Igel

Kleine, schwarze Kulleraugen und eine spitze Nase: Das kleine Igelbaby in den Händen von Tim Müller ist nur eines von rund 50 Igeln, die derzeit in der Wildtierstation Sachsenhagen aufgepäppelt werden.

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Quelle: vr

Sachsenhagen. „Das sind kleine Schmadderbacken“, sagt der 23-Jährige und zeigt auf eines der Jungtiere, das sich munter über eine Schale Nassfutter für Katzen hermacht. Zu dieser Jahreszeit nimmt der Tierpfleger bis zu 20 Anrufe pro Tag von besorgten Bürgern entgegen. Die Anrufer, die in ihrem Garten Igel finden, seien sich oft nicht sicher, ob die Tiere Pflege benötigen oder nicht. „Wir empfehlen als Erstes immer, die Igel zu wiegen“, erklärt er. Allerdings spiele nicht nur das Gewicht eine Rolle, sondern auch das Verhalten.

 Wenn das Jungtier sich bei Berührungen zusammenrollt und munter wirkt, dann brauche der Igel nicht die Hilfe vom Menschen. Wer sich aber dennoch nicht sicher sei, der könne mit seinem stacheligen Fund auch direkt zur Wildtierstation fahren und ihn dort begutachten lassen. „Geht es dem Igel gut, wird er wieder mitgegeben“, erklärt Müller.

 „Haben die Tiere bis zum Wintereinbruch noch keine 500 Gramm erreicht, ist Hilfe angebracht“, sagt er. Mit Wintereinbruch meint der Tierpfleger anhaltenden Bodenfrost oder eine Schneedecke. Eben die Zeit, in der der Igel keine Insekten mehr finden könne.

 Muss doch eines der Tiere in der Wildtierstation bleiben, werden alle wichtigen Daten auf der „Igelkarte“ festgehalten. Darauf schreibt der Pfleger auf, wann das Tier ankam, wie viel es wiegt, wo und von wem es gefunden wurde und ob es wieder ausgewildert wird oder den Winterschlaf in der Station hält. Der Aufenthalt ist nicht günstig: „Die Pflege kostet etwa 60 Euro pro Monat.“ Dazu zähle sowohl die medizinische Versorgung wie Entwurmung und Flohmittel, als auch Katzenfutter und spezielles Igelfutter für die Ernährung.

 Für den Winter sei die Station gerüstet. „Wir haben 60 Winterschlafplätze“, sagt Müller. Diese befinden sich im Überwinterungsbunker auf dem Gelände der Wildtierstation. Dort stehen Kisten aus Holz als Schlafbox mit Stroh und einem kleinen Auslauf für die stacheligen Tiere.

 Das Ziel sei immer, die Tiere so schnell wie möglich wieder auszuwildern und in ihren gewohnten Lebensraum zu entlassen, betont Müller. Ist der Igel wieder bereit für die Wildnis, kann das Tier entweder an den Finder zurückgegeben werden, der ihn dann wieder im eigenen Garten freilässt, oder er wird von den Mitarbeitern der Wildtier- und Artenschutzstation in einen geeigneten Lebensraum gebracht, in dessen unmittelbarer Nähe sich möglichst wenige Straßen befinden. „Die Auswilderung findet meistens in der Abenddämmerung statt“. Dann wird der Igel unter eine Hecke oder einen Holzstoß gesetzt und das Futter direkt davor gestellt. So können die Finder den Igel weiter im Garten zufüttern. „Die Kleinen merken sich das und kommen gerne zurück“, freut sich Müller. vr

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