Samtgemeinde Sachsenhagen. Möglicherweise wird Blume am 1. April nicht zum Scherzen aufgelegt sein: „Das ist der Stichtag für die Cluster-Antragsvergabe“ erläutert Blume – der Tag also, an dem er erfahren wird, ob Auhagen und die anderen „weißen Flecken“ in der Samtgemeinde Sachsenhagen bei der Ausschreibung der Telekom berücksichtigt werden kann und damit noch in diesem Jahr die Chance auf eine bessere DSL-Versorgung besteht.
Der Auhäger ist skeptisch, weil die Samtgemeinde Sachsenhagen in der Priorität der „weißen Flecken“ landkreisweit erst an dritter Stelle rangiert und der entsprechende Finanztopf landesweit „völlig überzeichnet“ ist.
Dieselbe Botschaft hatte auch der Wölpinghäuser Gemeindedirektor Jörn Wedemeier seinem Rat mitgeteilt. Dazu folgten erste Erkenntnisse aus der sogenannten Machbarkeitsstudie: „Von 33 weißen Flecken im Landkreis haben wir allein sieben in der Samtgemeinde“, bedauerte Wedemeier.
„Ärgern bringt nicht weiter“, meint Blume und versucht, immer noch das Beste aus der Situation zu machen. Der Bürgermeister bekommt zu spüren, was es heißt, kaum DSL im Ort zu haben. Neubaugrundstücke an junge Familien sind auch deshalb praktisch gar nicht mehr verkäuflich.
Seit einigen Jahren kämpft Blume für eine gute DSL-Verbindung, verhandelte auch da schon mit der Telekom, als Kollegen aus gut versorgten Nachbarorten DSL noch für das Spezial-Problem einzelner Gewerbetreibender hielten. Inzwischen können knapp 5000 Hagenburger locker Fernseh-Live-Streams im Internet verfolgen, während die andere Hälfte der Samtgemeinde in die Röhre schaut.
Blume wäre nicht Blume, hätte er nicht für den Fall der Fälle scbon wieder mögliche Alternativen ausgelotet. Dabei ist ihm ein bereits verlegtes Breitbandkabel von Herford nach Hannover („mit einem Abzweig nach Sachsenhagen“) ins Auge gestochen.
Auch eine neuerliche Funk-Lösung gewinnt wieder an Bedeutung. Nach Angaben des Bürgermeisters könnten so eventuell „2000 bis 3000“ Kilobit in der Sekunde erzielt werden.
Allerdings macht ihn der Weg dahin stutzig. Ein Mehrfamilienhaus soll nach seinen Recherchen mit einer 16 000er-Leitung versehen werden. Wie das geht? „Offenbar kann die Telekom durch ein neues Endgerät solche Leistungen in Auhagen bereits zur Verfügung stellen“, vermutet er. Diese Leistung werde dann an Gewerbekunden verkauft, oder mittels einer Antenne vom Dach gefunkt.
jpw
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