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Samtgemeinde Sachsenhagen Druckereichef verärgert über Wahlkampf der CDU
Schaumburg Seeprovinz Samtgemeinde Sachsenhagen Druckereichef verärgert über Wahlkampf der CDU
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20:30 31.08.2011
„Eine schöne Idee, die in die Zeit passt“: Mike Schmidt lobt auf der CDU-Facebook-Wahlkampf-Plattform „Samtgemeinde Sachsenhagen Aktuell“, den „klimaneutralen“ Flyer-Druck der CDU in Bayern . © pr.
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Samtgemeinde Sachsenhagen (jpw). Hagenburgs Druckereichef Carsten Kiel zeigte sich verärgert über diese Art von Wahlkampf, schickte aber zunächst voraus, dass er „nichts dagegen“ habe, wenn nicht seine Firma, sondern ein Mitbewerber aus der Nähe den Auftrag bekommen hätte. „Darum geht es mir nicht“, sagte Kiel, der auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der Industrie- und Handelskammer Schaumburg ist.

Den Druckereichef stört vielmehr mit Blick auf die Samtgemeinde Sachsenhagen und den Landkreis Schaumburg der wirtschaftspolitische Aspekt dieses Handelns: „Sie, die von uns verlangen, Arbeitsplätze und Standorte zu sichern und auszubauen, tragen mit solchen Preisdrückereien dazu bei, heimische Arbeitsplätze zu gefährden.“

Der Landkreis Schaumburg lebe mit seiner Auftragsvergabe geradezu beispielhaft vor, dass es auch anders gehe, sagte Kiel: „Es gibt im Wirtschaftsstandort Schaumburg einige, die sich über diese Aufträge gefreut hätten.“ „Problematisch“ sieht Kiel angesichts mehrere Hundert Kilometer langer Transportwege auch die Werbung mit der „Klimaneutralität“ der Druckerzeugnisse. „Ich glaube nicht, dass dies im Vordergrund stand, sondern die extrem niedrigen Preise der zum Teil hoch suventionierten Großdruckereien im Internet.“

„Wir haben Abfragen auch in der Druckerei Kiel gemacht“, entgegnete der Samtgemeindevorsitzende der CDU, Heiko Bothe, der einräumte, dass man sich der Kritik stellen müsse. Der Preis der Druckerei Kiel sei aber vonseiten der CDU „nicht darstellbar“ gewesen.

Mike Schmidt unterstrich, dass die CDU mit dem Flyer „extrem hohen graphischen Anspruch in die Samtgemeinde gebracht habe“ und deshalb mit einem Grafiker zusammengearbeitet hätte, der nun wiederum eigene Druckereien mitgebracht hatte. „Dann haben wir uns gefreut, das wir für einen zusätzlichen Obolus noch klimaneutral drucken konnten.“

„Das passt alles nicht zusammen“, meinte Kiel und richtete in diesem Zusammenhang seinen Blick auf eine Facebook-Aktion der Auhäger CDU, Jugendliche auf Wunsch am Wahltag mit einer gemieteten Stretchlimousine zur Stimmabgabe ins Wahllokal zu fahren: „Vielleicht sollte man sie lieber mit Fakten und Argumenten dahin bringen“, sagte er. Kiel fragt sich, wo dabei der Gedanke des Klimaschutzes blebt, „auch wenn hinterher Geld an eine Kompensationsagentur gezahlt werden soll.“

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