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Ortsgründer müssen vom Festplatz verschwinden

Legendärer Baumfäller erliegt Fäulnis Ortsgründer müssen vom Festplatz verschwinden

 Fäulnis und Holzwürmer haben sie dahingerafft: Die schweren Holzstatuen von Roderik und seiner Frau Ortrud müssen abgebaut werden. Damit treten die Wiedenbrügger Ortsgründer, farbenprächtige Symbole des hintergründigen Humors wieder in das Dunkel der Geschichte zurück, aus denen sie Künstler Eckhard Titze vor nunmehr rund zwölf Jahren vorübergehend zurückgeholt hatte.

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Das Ende für Roderik und Ortrud als Wächter des Festplatzes steht bevor.

Quelle: jpw

Wiedenbrügge (jpw). „Wir konnten für die Standfestigkeit der Skulpturen nicht mehr garantieren“, teilte der Vorsitzende des Fördervereins, Wilfried Hentschke, mit. Manchmal gehe es in Wiedenbrügge immer noch sehr spontan zu, deshalb gebe es aus diesem traurigen Anlass am Sonnabend, 22. August, ab 18 Uhr eine große Abschiedsparty auf dem Festplatz.

 „Die Zeit bis zum Abbau kann noch für letzte Fotos genutzt werden“, meint Hentschke. „Orgel-Schorsch“, George Kochbeck, wird von 22 Uhr Live-Musik spielen. Hentschke ließ offen, ob zum Abtransport der beiden Wieenbrügger Monumente als Abgesang und zum letzten Geleit noch einmal stolz die Wiedenbrügger Hymne durch das Wiedenbrügger Tal hallen wird.

 Als Wächter der „Fiesta Mexicana“ im September 2003 auf dem Festplatz begann die Karriere der Holzstatue, die Titze nach seinem eigenen Ebenbild geschaffen hatte. Begünstigt vom Tequila erkannten die Wiedenbrügger in der Holzfigur „Roderik van Wiedenbryk“, der vor rund 1000 Jahren als Baumfäller den Ort gegründet hatte. Er war ihnen also erschienen, so beschlossen die Bewohner des Ortes an der Buchenbeeke, wie der Märchenonkel Jürgen Hentschke später herausfand, die Statue als Dauerleihgabe auf dem Festplatz zu behalten. Roderik bekam ein Fundament und nicht einmal vier Wochen später ereilte Wiedenbrügge der kulturelle Doppelschlag, so formulierte Wilfried Hentschke in seinem Internet-Forum Wiedenbrügge-Schmalenbruch: Vor rund 200 Zuschauern enthüllte Bürgermeister Jochen Schwidlinski die Statue, der Norbert Mejow noch ein Schwert geschmiedet hatte. Dazu erklang die Wiedenbrügger Hymne, innerhalb weniger Tage komponiert von Kochbeck, von Dietmar Wischmeyer mit einem althochdeutschen Text versehen und gesungen vom Chor Meermusik aus Hagenburg.

 Zwei Jahre später schlug Titze erneut zu: Roderiks Weib, Ortrud van Smoalenbrook entstand und kam am 10. September 2005 an die Seite des Ortsgründers auf den Festplatz. Vermutlich ging es zwischen den beiden ein wenig zu hölzern zu, deshalb erfüllte sich die Hoffnung auf Nachwuchs auf dem Festplatz nicht. Roderik und Ortrud bewachten viele Feste, unter anderem die „Kleinste Expo der Welt“, zu der im Mai 2007 an zwei Tagen geschätzt rund 2000 Besucher nach Wiedenbrügge kamen.

 Von Kranz- und oder Blumenspenden bittet der Förderverein abzusehen, man hofft auf eine erneute Auferstehung: Geldspenden für neue Statuen werden gerne angenommen.

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