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Samtgemeinde Sachsenhagen Weitere Nachmittagsbetreuung gefordert
Schaumburg Seeprovinz Samtgemeinde Sachsenhagen Weitere Nachmittagsbetreuung gefordert
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17:10 21.06.2018
Quelle: dpa
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Samtgemeinde Sachsenhagen

Der Schulvorstand, besetzt mit Lehrern und Eltern, hatte Ende Mai entschieden, die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule zumindest im nächsten Schuljahr von 15.30 auf 14.30 Uhr zu verkürzen (wir berichteten). Davon sind offenbar mehr als 40 Kinder betroffen.

Die Entscheidung nannten die Kommunalpolitiker bei ihrer jüngsten Sitzung im Ratskeller Sachsenhagen „überraschend“.

Sie sei ohne jegliche Anhörung des Schulträgers erfolgt. Das könne der Rat nicht nachvollziehen und finde es „unverantwortlich“ in der Konsequenz: Das Interesse der Eltern und Erziehungsberechtigten sei nicht berücksichtigt worden. Der Schulvorstand wurde aufgefordert, die Entscheidung rückgängig zu machen und gemeinsam mit der Verwaltung der Samtgemeinde an einer tragfähigen Umsetzung des Gesamtkonzeptes zu arbeiten, das auch die Nachmittagsbetreuung enthält.

Lange schwelender Konflikt

Entzündet hatte sich der seit Langem schwelende Konflikt zwischen der Samtgemeindeverwaltung und der Schule offenbar an der unterschiedlichen Auffassung bei der Beschäftigung von pädagogischen Mitarbeitern. Der Samtgemeinderat hatte vier Stellen für pädagogische Mitarbeiter eingerichtet, die in der Schule nach Unterrichtsschluss eingesetzt werden können. Zusätzlich werden zwei Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres bezahlt, die der Schule zur Verfügung stehen.

Drei von vier Stellen für pädagogische Mitarbeiter müssten zum neuen Schuljahr neu besetzt werden. Zu den Gründen wird bislang geschwiegen. Aufgrund der begrenzten Arbeitszeit in einem Teilzeitarbeitsverhältnis sowie den unklaren Vorgaben der Landesschulbehörde sei bei den pädagogischen Mitarbeitern von einer relativ hohen Fluktuationsrate auszugehen, heißt es dazu in der Resolution. Eine laufende Stellenausschreibung zeige, dass ein erhebliches Interesse an diesen Stellen bestehe.

Weitere Gespräche mit Schulvorstand

Eine Rückkehr zur nachschulischen Betreuung unter der Regie der Samtgemeinde Sachsenhagen sei aufgrund des enormen Mangels pädagogischer Fachkräfte, fehlender Räumlichkeiten und unattraktiver Rahmenbedingungen nicht realisierbar.

Einzig die Vorsitzende des Schulausschusses, Monika Tautz (Bündnis90/Grüne), sowie ihr Fraktionskollege Freddy Hinse stimmten gegen die Resolution. Sie sehe sich persönlich in einer Art Mediatorenrolle zwischen Schule und Verwaltung, sagt Tautz. Anknüpfend an Tautz unterstrichen Klaus-Dieter Drewes (CDU) und Heiko Monden (SPD) die Notwendigkeit weiterer Gespräche mit dem Schulvorstand.

Schulleiterin Sonja Fibiger wollte sich gestern auf SN-Anfrage nicht äußern und begründete dies mit mangelnder Zeit angesichts vielfältiger schulischer Verpflichtungen. jpw/ano

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