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Seeprovinz 160 Sigmundshall-Mitarbeiter wechseln in Transfergesellschaft
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz 160 Sigmundshall-Mitarbeiter wechseln in Transfergesellschaft
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17:25 07.12.2018
Der Abbau im Kaliwerk Sigmundshall ist schon bald Geschichte. Quelle: sok
Seeprovinz

Das heißt, dass ein entsprechend großer Teil sich nicht an andere Standorte des K+S-Konzerns hat versetzen lassen. Die endgültigen Zahlen sind derzeit noch etwas in Bewegung.

Nach Angaben des Konzerns hatte der Betrieb zum 31. Oktober noch 660 Beschäftigte, darunter 41 Auszubildende. 220 Mitarbeiter werden ab nächstem Jahr noch für den Rückbau des Bergwerks benötigt. 150 Sigmundshaller lassen sich jetzt an andere Standorte auf vergleichbare Posten versetzen oder nehmen andere Arbeitsplatzangebote in der K+S-Gruppe an. 94 werden in unterschiedliche Formen des Ruhestands wechseln, acht Mitarbeiter haben selbst gekündigt.

Die übrigen rund 160 Mitarbeiter werden nun bis zu ein Jahr lang von der PMB Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft betreut. „Diese Gesellschaft hat sehr gute Vermittlungsquoten“, sagt Werksleiter Gereon Jochmaring. Er ist insgesamt zuversichtlich, dass auch die bald wieder einen Arbeitsplatz haben, die bei K+S ausscheiden müssen: „Der Arbeitsmarkt ist hier ja sehr in Ordnung. Ich habe bei vielen gehört, dass sie schon beim ersten Vorstellungsgespräch einen neuen Job gefunden haben.“ Konzernsprecher Ulrich Göbel resümiert: „Die mit dem Stilllegungsbeschluss verbundene Zusage, für jeden Mitarbeiter einen guten Weg zu finden, konnte eingelöst werden.“

120 Jahre Tradition enden

Die letzte Tonne aus dem Kali-Bergwerk Sigmundshall soll am 21. Dezember in einer sogenannten Mettenschicht begangen werden. Dabei handelt es sich um eine Bergmannstradition vor den Weihnachtstagen.

Mit der anstehenden Schließung endet in Bokeloh eine rund 120 Jahre währende Bergbautradition. Sigmundshall ist das letzte noch produzierende Kalibergwerk in Niedersachsen. Gewonnen werden in ihm Rohstoffe für kalium- und magnesiumhaltige Düngemittel sowie Kaliumchlorid. Dieses wird innerhalb der Industrie zum Beispiel bei der Elektrolyse benutzt. Die steile Lagerung der Rohstoffe in Sigmundshall macht deren Abbau allerdings auch zu einer erheblichen Herausforderung. Der Salzstock zieht sich unter der Erde etwa zwölf Kilometer hin und verfügt über eine Breite von bis zu 1000 Metern.

Besonders profitiert hat bisher das benachbarte Freibad vom Kaliwerk, denn dorthin liefert K+S warmes Wasser. Diesbezüglich hieß es bisher, dass dies auch nach dem Ende des Kaliabbaus noch einige Jahre weiter möglich sein wird. Ein bleibendes Andenken wird auf jeden Fall wohl die Abraumhalde sein, die begrünt wird.

Von Sven Sokoll