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Seeprovinz 600 Scherben sind ein Indiz
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz 600 Scherben sind ein Indiz
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08:00 15.02.2017
Ronald Reimann begutachtet ein Fundstück, dass er zwei Kilometer entfernt vom Haarberg gefunden hat. Quelle: ade
Rehburg

Die Kirche zum Dorf Munichehausen ist 1557 abgerissen worden. Das Adelsgeschlecht Münchhausen, erstmals belegt 1183 in einer Urkunde, die im Kloster Loccum einzusehen ist, siedelte zunächst nach Brokeloh und verstreute sich in den Jahrhunderten darauf weitläufig.

32 Kilometer, sagt Reimann, sei er im vergangenen Jahr auf einigen Äckern des Haarbergs bei Winzlar gegangen. Rauf und runter, immer in drei Metern Abstand und mit gesenktem Blick. Das Bücken gehörte dazu – nach winzigen Teilchen im Boden, die einfach nur ein Stein sein können, genauso gut aber auch ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das Aufschluss über frühere Besiedelungen des Haarbergs gibt. „Zehnmal Teilchen vom Boden aufheben ergibt einen Fund.“ Das ist die Quote, die Reimann für sich selbst errechnet hat.

Mit Scherben eine Karte erstellt

Er hat den Boden mit den Augen gescannt und sich über manche unscheinbare Scherbe riesig gefreut. Rund 600 solcher Scherben hat der Hobbyarchäologe auf den Äckern des Haarbergs gefunden. Keine davon sei ein wirklich außergewöhnliches Teil. Mit den Scherben erstellte er vielmehr eine Karte der Fundorte. Jeder Punkt auf dieser Karte steht für eine Scherbe. Und dort, in den Planquadraten zwei und drei, sagt er, sei die Dichte der Scherben besonders hoch – woraus Reimann folgert, dass genau dort einst das Dorf Munichehausen stand.

Ronald Reimann ist als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger für die Schaumburger Landschaft tätig. Bislang war er vornehmlich im Landkreis Schaumburg tätig, will sich aber bald der Riege der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger im Landkreis Nienburg anschließen. ade/r