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Seeprovinz Abwarten und Tee trinken
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00:17 25.01.2016
Keine Chance auf Abreise: Das frostige Wetter hindert den Inselvogt daran, das Eiland im Steinhuder Meer zu verlassen. Quelle: jpw
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Steinhuder Meer

Der Herr des kleinen Eilands im Steinhuder Meer sitzt – mit einer kurzen Unterbrechung – seit zwei Wochen dort fest.

Im Unterschied zu den vergangenen Jahren kommt die unfreiwillige Einzelhaft für den Inselvogt aber nicht überraschend. Er ist beim Kälteeinbruch nach der Jahreswende sozusagen sehenden Auges eingefroren.

Aus Krankheitsgründen stand von der Seite seines Arbeitgebers, der Fürstlichen Hofkammer, für Zobel rechtzeitig keine Vertretung bereit. Die Folge: Der Inselvogt muss nun allein länger auf der Insel ausharren, als ihm lieb ist. Seine Frau ist nicht bei ihm. Ein zwischenzeitlicher Wärmeeinbruch ermöglicht dem Inselvogt die Chance, für zwei Tage an Land zu gehen und sich mit viel frischem Obst einzudecken. „Das ist gut für die Vitaminzufuhr. Ich kann ja nicht immer nur von Fertigkost leben.“

Doch die Insel darf nicht unbesetzt bleiben, der Inselvogt kehrt wieder zurück und sieht zu, wie sich erneut die Eisdecke um die Insel schließt.

Zobel warnt ausdrücklich diejenigen, die sich aufgrund der Eislage noch vor dem erwarteten Wetterumschwung mit Schlittschuhen oder zu Fuß zu ihm in Richtung Wilhelmstein auf den Weg machen wollen: „Es gibt rund um die Insel Stellen, da kann ich noch mit dem Stock durch die dünne Eisdecke stechen.“ Über das Meer zu laufen, das wäre Wahnsinn, meint er.

Auch wenn für das Wochenende und die folgenden Tage Plusgrade angesagt sind, ist wohl nach Zobels Erfahrung mit einer Rückkehr an Land nicht vor Mitte der nächsten Woche zu rechnen. „Wenn es so bleibt, und auch noch kein Wind aufkommt, dauert es sehr lange, bis das Eis abtaut.“ jpw

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