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Seeprovinz Bürgernähe ist gefragt
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz Bürgernähe ist gefragt
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13:17 11.03.2018
Die Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther (von links), Jörn Wedemeier und Mike Schmidt regen die Fusion an. Quelle: rg
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Samtgemeinde Sachsenhagen

Kurt Blume (SPD), Bürgermeister von Auhagen, ist im Prinzip „nicht für große Lösungen.“ Aber dies sei ein spezieller Fall, wo es vom Land finanzielle Unterstützung gebe. Blume zum Projekt: „Da muss man zwei Mal drüber nachdenken.“ Die Mitgliedsgemeinden sollten auf jeden Fall so erhalten bleiben wie sie sind.

Der Sachsenhäger Bürgermeister Ralf Hantke (SPD) hält die Fusion persönlich nicht sofort für gut: „Es fühlt sich nicht so toll an bei der ersten Draufsicht.“ Schließlich sei in Politik und Verwaltung die Nähe zum Bürger das Entscheidende. Viele Sachen, die den Bürger direkt betreffen, hätten mit der Samtgemeinde zu tun. Außerdem könne er sich schlecht vorstellen, wie ein eventueller Ratsherr aus Wölpinghausen über Angelegenheiten in Suthfeld mitentscheide.

"Wie bei einem Koalitionsvertrag"

Wölpinghausens Bürgermeister Joachim Schwidlinski (SPD) geht das Projekt neutral an: „Wir wollen uns zunächst einmal einen Überblick über die Situation in den einzelnen Samtgemeinden verschaffen.“ Dazu gehörten Fragen wie die nach der Ausstattung von Kindergärten und Schulen sowie das Durchleuchten der jeweiligen finanziellen Lage. Der Bürgermeister: „Das ist ein bisschen wie bei einem Koalitionsvertrag.“

Erst einmal mit „gemischten Gefühlen unterwegs“ ist Martin Golombiewski, Fraktionsvorsitzender der SPD im Sachsenhäger Samtgemeinderat. Wichtig sei es, eine zukunftssichere Verwaltung zu haben. Andererseits müsse die Bürgernähe beibehalten werden.

Ihre Aufgaben habe die Samtgemeinde Sachsenhagen in den vergangenen Jahrzehnten gut erledigt hat. In puncto Kindergärten, Schulen und Feuerwehren sei man gut aufgestellt und man habe relativ wenig Schulden.

Eckdaten der Samtgemeinde ansehen

Nun müsse man erst mal die Eckdaten der anderen Samtgemeinden ansehen und dann entscheiden, ob man in die Sache tiefer einsteigen will. Auf jeden Fall sei man offen für das Gespräch.

„Wir sind dabei, uns eine Meinung bilden“, sagt Monika Tautz, Fraktionsvorsitzende des Bündnisses 90/Die Grünen im Samtgemeinderat. Im Prinzip sei ein Zusammengehen nicht schlecht. Sie sei aber in diesem Fall „sehr skeptisch“, weil es in einem neuen großen Samtgemeinderat zu einem Ungleichgewicht zugunsten Nenndorfs kommen könnte.

Die Samtgemeinde würde bei einer Fusion mit Sachsenhagen und Lindhorst die Hälfte die Einwohner aufweisen und hätte damit bei 39 Sitzen im neuen Rat 20 Mandate, also etwa die Hälfte.

Offen sein für Verbesserungen

Dieter Eidtmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Hagenburg, findet es gut, sich über zukunftsfähige Verwaltungsgebilde Gedanken zu machen. Ob einer große Samtgemeinde auch für die Gemeinde Hagenburg am äußersten Nordrand des Landkreises die beste Variante sei, werde sich während der Gespräche herausstellen.

Eidtmann: „Ich werde offen sein für Verbesserungen, die der Gemeinde Hagenburg zu Gute kommen.“ Zweifel hegt Eidtmann daran, „ob sich die kleine Gemeinde am Ende darauf einlassen könne, sich zu Themen wie Grundschule und Kinderbetreuung von einem Ausschuss vertreten zu lassen, in dem kein ortsansässiger Gewählter mehr vorhanden ist.“

„Das Ausloten ist wichtig“, sagt Klaus-Dieter Drewes, Sprecher der Mehrheitsgruppe CDU und WGSH im Samtgemeinderat. Man solle sich einfach dem Prozess stellen, sich „in Ruhe und sachlich“ mit den Kernfragen einer Fusion auseinandersetzen – ohne Vorfestlegung.

Einen Vorteil der größeren Einheit sieht Drewes darin, dass hier auf einen größeren Anteil an Spezialisten zurückgegriffen werden könne. Andererseits werde es im größeren Gremium anonymer. Drewes: „Es wird noch sehr interessant. Ich bin gespannt.“ sk/ano

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