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Seeprovinz Feuerwehr probt auf Eis für den Ernstfall
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz Feuerwehr probt auf Eis für den Ernstfall
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00:23 08.03.2018
Abwechselnd haben Steinhuder Brandschützer die Möglichkeit, eine Test-Runde mit dem Luftkissenfahrzeug zu drehen. Quelle: ebu
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Steinhude

Wer am Wochenende rund um das Steinhuder Meer unterwegs war, dem bot sich beim Blick auf das Gewässer ein in gleich zweifacher Hinsicht nicht alltägliches Bild: Nicht nur, dass der zugefrorene See zahlreiche Schlittschuhläufer aufs Eis lockte.

Auch die Steinhuder Ortsfeuerwehr, die mit einem Luftkissenfahrzeug – einem sogenannten Hovercraft – auf der Eisfläche unterwegs war, sorgte für neugierige Blicke entlang der Uferpromenade.

Seltene Gelegenheit

„Das Fahrzeug wird bereits seit 2010 eingesetzt, vor allem für Eisrettungsarbeiten“, erklärt Marcel Nellesen, der neben seiner Mitgliedschaft bei den Steinhuder Brandschützern Pressesprecher der Stadtfeuerwehr Wunstorf ist. Das Gefährt könne bei wenig Wind und Wellengang zwar auch auf Wasser fahren und sei unter anderem beim Elbe-Hochwasser 2013 im Einsatz gewesen. Meist stünde es den Sommer über jedoch unbenutzt im Steinhuder Feuerwehrhaus. Die Gelegenheiten, die eigenen Einsatzkräfte im Umgang mit dem propellerbetriebenen Gefährt auf Eis zu schulen, seien dementsprechend rar.

Denn zugefroren ist das Steinhuder Meer in den vergangenen Jahren nicht immer. „Das Fahrzeug ist aber weiterhin notwendig“, betont Nellesen. Allein beim Eisfest im Februar 2012, als Tausende Besucher das Steinhuder Meer bevölkerten, sei das Hovercraft an einem einzigen Wochenende zu rund 30 Einsätzen „vom einfachen Hinfallen bis zum offenen Oberschenkelbruch“ ausgerückt.

Testläufe als Dilemma

Mit dem Luftkissenfahrzeug kämen die Einsatzkräfte nicht nur wesentlich schneller zu ihren Patienten auf dem 32 Quadratmeter großen See. Der Transport sei für die Feuerwehrleute auch sicherer – und schonender für die Verletzten.

Trotz des Übungsbedarfes sei es immer eine Abwägungssache, mit dem Gefährt aufs Eis zu gehen. „Die Leute sehen, dass die wir auch da sind und denken: ‚Das Eis muss also sicher sein‘“, erklärt der Feuerwehrsprecher. Dies sei jedoch ein Trugschluss. „Das Fahrzeug verteilt auf einer Fläche von zweieinhalb mal sechs Metern eine Tonne Gewicht. Die Flächenlast ist also kleiner als die, die bei Menschen wirkt.“ Insbesondere, wenn diese mit Schlittschuhen unterwegs seien. Dadurch sei auch die Gefahr geringer, mit dem Fahrzeug einzubrechen. lht

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