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Frühjahrsputz im Gotteshaus

Sigwardskirche Frühjahrsputz im Gotteshaus

Mit einer delikaten Aufgabe beschäftigen sich aktuell zwei Fachfrauen in der Sigwardskirche Idensen: Restauratorin Elodie Rossel und Kirchenmalerin Monika Knobel sind dabei, die rund 800 Jahre alten romanischen Gemälde von Staub und Spinnweben zu befreien.

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Monika Knobel (links) und Elodie Rossel reinigen die Malereien von Staub und Spinnweben.

Quelle: götze

Idensen. Auch wenn sie dabei mit Pinseln und Staubsaugern hantieren: Zupacken wie beim Frühjahrsputz zu Hause ist an dieser Stelle nicht ratsam. „Wir arbeiten größtenteils berührungsfrei“, sagt Rossel.

Denn die Malereien sind empfindlich, an manchen Stellen sogar zu empfindlich, um überhaupt gereinigt zu werden. Vielfach sind ganze Malereien bereits abgeblättert, diese Schadstellen sollen natürlich keinesfalls noch größer werden. Die Wand- und Deckenbemalung ist einzigartig, „diese Art von Malereien gibt es überhaupt nur dreimal in ganz Europa“, sagt Jörg Meckel vom Freundeskreis Sigwardskirche.

Dass die mittelalterlichen Szenen und Porträts überhaupt noch weitgehend erhalten sind, verdanke man unter anderem dem Umstand, dass sie um 1500 einmal komplett mit weißem Kalk übertüncht worden sind.

„Der Feind jeder Farbe ist das Licht“, sagte Rolf Herrmann, Freundeskreis-Vorsitzender und Ortsbürgermeister in Idensen. Erst in den dreißiger Jahren wurden die Fresken wieder freigelegt. Seitdem wird ihr Zustand regelmäßig untersucht. „Wir bekamen jetzt den Hinweis vom Landesamt für Denkmalschutz, dass eine Reinigung fällig sei“, sagt Herrmann.

140.000 Euro für Reinigung und Konservierung

Gut ein Jahr brauchte der Freundeskreis, um die veranschlagten 140.000 Euro für die Reinigung und Konservierung einzuwerben. Die Hälfte trägt der Bund, auch dank des Einsatzes örtlicher und überörtlicher Abgeordneter. Außerdem beteiligen sich Klosterkammer, Region Hannover, Stadt Wunstorf sowie die Stadtsparkasse (über die Stiftung Sparkassen-Lotterie). Die Kirchengemeinde selbst bringt sich vor allem über Arbeitsbeiträge ein: Ein fester Kreis von etwa acht Helfern baut zweimal täglich die Gerüste der Restauratorinnen um. Auch die Einrichtung der Kirche haben die Helfer vor Beginn der Arbeiten aus dem Raum und ins Lager getragen. „Dafür hat uns Bernd Hildebrandt von der Stiftung ,Tier hilft Mensch‘ einen Raum zur Verfügung gestellt“, sagt Herrmann.

Die gesamte Reinigung und Konservierung wird voraussichtlich bis Ende März dauern. Die Fachfrauen bleiben noch bis zum Ende der Woche, um die Vorreinigung abzuschließen. Anfang Januar beginnt dann ein hoch spezialisierter Denkmalfotograf damit, die Bilder zu erfassen, zu kartieren und alle vorhandenen Schäden aufzuzeichnen. Schließlich werden die Malereien noch konserviert. „Wir gehen davon aus, dass wir die Kirche wie geplant am 1. April wieder öffnen können“, sagt Herrmann.

Lebendiger Adventskalender am Sonnabend

Momentan ist das Gotteshaus wegen der Arbeiten für Besucher nicht zugänglich. Mit einer Ausnahme: Zum Lebendigen Adventskalender am Sonnabend, 23. Dezember, um 18 Uhr öffnen sich die Kirchentüren noch einmal für Besucher. Während einer kurzen Andacht und einer adventlichen Geschichte ist die Kirche in einer ganz besonderen Form zu erleben, wie Herrmann ankündigt. Die frisch gereinigten, angestrahlten Fresken würden die Kirche zum Leuchten bringen. „Auch Stimme und Gesang bekommen in der leeren Kirche ein anderes Gewicht“, wirbt Herrmann um möglichst viele Besucher.  Von kathrin Götze

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