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Fünf Sachsenhäger sind Rottmeister

Die Tradition boomt Fünf Sachsenhäger sind Rottmeister

Fünf Sachsenhägern, vier Männern und einer Frau, stehen am nächsten, vermutlich tropisch heißen Wochenende große Aufgaben bevor.

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Walter Presch (von links), Lars Engelking, Jan-Christoph Goepfert und Karsten Schweer nehmen Kollegin Nicole Alms nur symbolisch auf den Arm, längst ist das Damenrott voll akzeptiert.

Quelle: jpw

Seeprovinz. Mit schwarzem Anzug und Zylinder ihrem Rott vorangehen. Sie sind Rottmeister, eine traditionsreiche und ehrenvolle Aufgabe beim städtischen Schützenfest in Sachsenhagen von Sonnabend bis Montag.

Und ganz gegen den Trend boomt die Bürgerschützenfest-Tradition wieder in Sachsenhagen: Noch nie haben so viele Rottmitglieder in den Zelten gesessen wie im vergangenen Jahr: Genau 550, davon 110 Frauen in einem eigenen Rott.

Ein großer Teil der Arbeit ist bereits getan, der Haus-zu-Haus-Kartenverkauf läuft, die Hilfstruppe für das Rottlokal ist zusammengestellt, das sind nur einige der Arbeiten, die zu erledigen sind, bevor es am Freitag losgehen kann. Kurz vor der Sitzung des Festausschusses haben die Schaumburger Nachrichten die Rottmeister erwischt und unter anderem gefragt, was das Besondere am Sachsenhäger Schützenfest ist.

Walter Presch , Rottmeister des Rotts I, fasziniert „das Miteinander und das gesellige Fröhlichsein“ am Schützenfest. Es sei nette Stimmung, sagt er: „Man kann die alltäglichen Sorgen mal beiseite legen.“

Seit rund 20 Jahren lebt er in Sachsenhagen, hat sich absolut integriert, auch in seinem Rott. Seit 2011 weiß er, dass er Rottmeister wird. Wie das geht? „Man wird ausgekuckt, nominiert und gefragt.“ Entsprechend müsse man sein OK geben. Die Familie zieht bei ihm mit, das Rottzelt steht vor der Haustür.

Ehrgeizige Ziele hatte Presch bei der Rottmeister-Proklamation im Sachsenhäger Ratskeller gesetzt: Er will gemeinsam mit seinen Kollegen die Marke von 600 Rottbesuchern knacken.

Karsten Schweer , Rott IV, ist mit dem Fest groß geworden. Der Rottmeister meint, das Besondere am Schützenfest darin zu sehen, dass die Bürger alle mitfeiern könnten. „Es ist kein reines Schützenfest, sondern ein Bürgerschützenfest“, sagt Schweer, auch der König werde unter allen Bürgern ausgeschossen.

Schweer hat sich vor fünf Jahren freiwillig als Rottmeister gemeldet. „Meine Frau und zwei Söhne ziehen mit“, sagt er. Das Rottlokal ist bei ihm in der Scheune „im schönen Sinkenbrink“ eingerichtet. Dem Motto des Drakenpuhl (Ententeich)-Rotts „Wir-Rott 4“ fühlt er sich verpflichtet.

Nicole Alms , Damenrott, geht mit ihren männlichen Kollegen darin konform, zu loben, dass ein Bürgerschützenfest gefeiert wird: „Jeder kann dran teilnehmen.“ Das Rott plane höchstens drei Jahre im Voraus: „Und da habe ich mich halt gemeldet“, erinnert sie sich an ihre Rottmeisterinnen-Kür. Und voller Selbstbewusstsein sagt sie schmunzelnd: „Es hat lange gedauert, bis das Rott durchgesetzt war, aber jetzt können sie nicht mehr ohne uns.“

Lars Engelking , Rottmeister im Rott V, findet das Sachsenhäger Schützenfest als: „das Geilste, was ich kenne“. Viel Herzblut sei vorhanden. „Ich bin völlig euphorisch und kann nachts nicht schlafen“. Engelking ist eingesprungen als Rottmeister, wäre es aber irgendwann ohnehin geworden. Empfangen wird er seine Rottbrüder im Zelt in der Poggenkuhle auf der Straße.

Jan-Christoph Goepfert , der für das Rott II/III als Apotheker den Zylinder aufsetzt, freut sich über die Tradition und darüber, dass die Bürger mitfeiern können. „Bei uns im Rott macht Heinz Steege aus Nienbrügge Blasmusik.“ Das sei ein „schönes Beisammensein“.

Gemeldet als Rottmeister hat sich Goepfert vor rund zehn Jahren. „Freiwillig, habe zwischendurch auch mal geschoben.“ Goepfert ist zufrieden, dass die Apotheke nach 1984 wieder das Rott hat. Bei der Vorbereitung und der Bewirtung ziehen Familie und Angestellte mit.  jpw

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