Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Gesellschaftliche Eckpfeiler verteidigen

Ministerpräsident Stephan Weil und Landesbischof Ralf Meister beim Epiphanias-Empfang Gesellschaftliche Eckpfeiler verteidigen

Als offiziellen Start des neuen Jahres auch für die niedersächsische Landespolitik hat Ministerpräsident Stephan Weil den Epiphanias-Empfang der Landeskirche Hannovers im Kloster Loccum bezeichnet. Bereits im 40. Jahr hat die Kirche die Spitzen der Gesellschaft zu diesem Empfang eingeladen.

Voriger Artikel
Auf die Mutigen wartet ein Schnaps
Nächster Artikel
Neue Gesichter im Vorstand

Musikalische Umrahmung bot in diesem Jahr das „Oktett Hannover“ an – von dem hier die vier Sängerinnen zu sehen sind.

Quelle: ade

LOCCUM. . Außer Weil waren auch zahlreiche seiner Minister der Einladung gefolgt.
Hatte vor einem Jahr noch die hohe Zahl an Geflüchteten im Mittelpunkt der Reden gestanden, so zielten nun die Reden von Ministerpräsident Weil und Landesbischof Ralf Meister auf die neue Ordnung oder auch die „neue Unordnung“, wie Meister sie titulierte, in Niedersachsen, Deutschland und der Welt ab.
Seit dem ersten Neujahrsempfang der Landeskirche am Epiphaniastag vor 40 Jahren bis heute habe sich die Ordnung der Welt grundlegend verändert, resümierte Meister, redete von „neuer Unordnung“ angesichts internationaler Konflikte, des Aufstiegs neuer, lautstarker Helden, islamistischen Terrors und humanitärer Katastrophen. „Welche Ordnung brauchen wir, welchem Leitbild folgen wir, welche Tugenden sind notwendig?“, warf er als Frage auf. Die Feststellung, früher sei alles besser gewesen, sei naiv. „Wer will leben in einer Gesellschaft, in der Homosexualität unter Strafe gestellt wird, Kinder verprügelt werden dürfen, Raubbau an der Natur allgemein akzeptiert und ein Epiphanias-Empfang nur mit männlichen Gästen bestückt ist? – Ich nicht.“
In der eigenen Geschichte der Kirchen fänden sich viele solcher „Unordnungen“. Daraus zu lernen und statt des Konflikts ein Miteinander der Religionen zu organisieren, seien Schritte zu einer versöhnten Verschiedenheit, auf die die Kirchen hinarbeiteten. Ordnungserfahrungen könnten die Kirchen nicht als abgeschlossene Lehrstücke anbieten, wohl aber zur Mitarbeit an einer friedlichen und gerechten Gesellschaft. Darin sieht Meister die Aufgabe dieser Kirchen jetzt und in Zukunft.
Stephan Weil zielte in seiner Rede ebenso auf die sich verändernde Gesellschaft ab. Grundlegende Bedürfnisse der Menschen würden derzeit im Vordergrund stehen: Sicherheit, Klarheit und Vertrauen. Eine sich selbst überschlagende Welle von immer neuen Gesetzesvorschlägen schaffe gerade nicht Sicherheit. Kontrolliert und zielstrebig setze Niedersachsen stattdessen auf eine bessere Ausstattung der Polizei. Dass das Vertrauen in die Politik geschwunden sei, sei bekannt. Ein Verzicht beispielsweise auf mit maximalem rhetorischem Aufwand betriebene Streitigkeiten um zweit- und drittrangige Fragen solle einer Konzentration auf das Wesentliche weichen. Die Kritik an dem politischen Betrieb solle aber auch in ausgewogener Balance stehen zu der Festigkeit, „mit der wir die Eckpfeiler unserer gesellschaftlichen Ordnung verteidigen“.
Die Grundwerte der Verfassung seien nicht für Schönwetterzeiten geschrieben worden. Sich zu den Maximen eines freien und sozialen Rechtsstaats und einer mitfühlenden Gesellschaft zu bekennen, sei umso notwendiger, je stärker genau diese Grundwerte infrage gestellt würden. Mit dem Appell, für eine offene, tolerante und zuversichtliche Gesellschaft einzutreten, endete Weil und übergab das Wort an den Hausherrn, den Abt des Klosters Loccum, Horst Hirschler.
Dem blieb es vorbehalten, auf die Besonderheit des Jahres aus lutherischer Sicht hinzuweisen. Das Reformationsjubiläum nahm er wortreich und humorvoll in den Blick – nicht nur mit dem Hinweis auf das kleine Schild, das er an die große Bücherwand hinter sich gesteckt hatte. Dort stand zu lesen: „Luther war hier“ – und in kleinerer Schrift als Zusatz darunter „nie“.  ade

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die SN suchen kreative Schaumburger. Ob Fotografie, Farbe, Skulpturen oder was die Kunst sonst alles hergibt: Unter dem Motto „Schaumburg kreativ“ suchen die Schaumburger Nachrichten auch in diesem Jahr nach Künstlern in der Region. mehr

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg