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Hagenburg

Erinnerungsarbeit und Aufräumen


Karl-Wilhelm Möller ist und bleibt ein politischer Mensch. Auch nach seinem Ausscheiden als Hagenburger Bürgermeister will sich der 71-Jährige weiterhin in der Hagenburger Gemeindepolitik zu Wort melden.
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Karl-Wilhelm Möller – hier in seinen letzten Amtsminuten als Bürgermeister – will sich auch künftig in der Politik zu Wort melden, liebäugelt aber auch damit, Ortsentwicklung zu dokumentieren.

© jpw

Hagenburg. Zum Thema „Schwimmbad“ zum Bespiel. „Ich warte nur die 100-Tage-Frist ab“, sagt er schmunzelnd.

 Ansonsten ist er nach mehr als 25 Jahren Ratsarbeit dabei, sein Büro aufzuräumen. „Wir leben seit vier Generationen in diesem Haus, da sammelt sich schon einiges an.“

 Sein Interesse gilt momentan den alten Aktenordnern, in denen sich Material über seinen Großvater mütterlicherseits, den „Fürstlichen Matrosen“ Wilhelm Rust befindet. „Er war Ehrenmitglied im Hagenburger Yacht-Club“, berichtet Möller und zeigt einen Siegerpokal einer Einbaum-Regatta und eine Plakette. Aus mehreren Aktenordnern will Möller – neu geordnet – einen einzigen machen. „Sein Schiff, die ‚Neptun 51‘, ist der Auswanderer, der im Fischer- und Webermuseum ausgestellt ist“, berichtet Möller.

 Schon einmal – zum 125-jährigen Bestehen des Männergesangvereins – hat Möller einen kurzen chronologischen Abriss der Ortsgeschichte zusammengestellt. Eine ähnliche Aufzeichnung könnte er sich auch jetzt wieder vorstellen, zumindest Teile wie die Siedlungsentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg „allgemeinverständlich“ zu dokumentieren.

 Der frühere Bürgermeister ist mit Leib und Seele mit dem Gemeindegeschehen verbunden. 1964 fing er unter anderem als Protokollführer bei der Gemeinde Hagenburg an, woher sein Spitzname „Schreiber“ rührt, Bisher nicht aufgeschrieben, aber lebendig sind seine Kindheitserinnerungen, einer Zeit rund um das Ende des Zweiten Weltkrieges in Hagenburg.

 „Meine Großeltern und meine Mutter haben mich mit auf das Feld genommen“, berichtet er, „mein Vater ging ja in die Sparkasse nach Steinhude zur Arbeit.“ Viele andere Kinder habe es in der Langen Straße in der Zeit nicht gegeben. Spannender ging es für ihn im „Sünnern“ zu, dem Waldstück, das früher auch noch den heutigen Sportplatz umfasste. Dort lieferte er sich als Angehöriger der „Knick-Bande“ Scharmützel mit der „Schweinekuhlen-Bande“ und der „Sünnern-Bande“. Oder im „Bollweg“, einem anderen Treffpunkt, dem heutigen Graf-Luckner-Weg, beim „Klipp-Spielen“.

 In der Wintersaison rückte bei Minusgraden die Riehe in den Mittelpunkt. Das kleine, unscheinbare Flüsschen wuchs zuweilen von seiner Ursprungsbreite von etwa einem Meter auf zuweilen drei bis vier Meter, „was sich bei Ohlhagen hinter dem Haus herrlich zum Schlittschuhlaufen eignete“, berichtet Möller vom ersten einbruchsicheren kindlichen Anlaufpunkt.

 Später ging es für die Dorfjugend mit zunehmendem Können über den Förstereich und den Hagenburger Kanal, der bis auf das Steinhuder Meer führte. „Wir sind mit Holländern gelaufen und später mit diesen Hackenreißern“, erinnert er sich. Auch die Original-Holländer liegen noch im Keller des Hauses an der Langen Straße. Es gilt also für den ehemaligen Bürgermeister in vielerlei Hinsicht, einiges aufzuarbeiten, seine Erinnerungen zu ordnen und möglicherweise niederzuschreiben. Doch der Reihe nach: Erst einmal ist mit dem „Fürstlichen Matrosen“ Wilhelm Rust sein Großvater dran.

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