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Hemd ohne Naht bleibt rätselhaft

Steinhude Hemd ohne Naht bleibt rätselhaft

Viele Mythen haben sich über fast 300 Jahre um das Hemd ohne Naht des Steinhuders Johan Henrich Bühmann gerankt. In der neuen Ausstellung im Fischer- und Webermuseum können die Besucher erfahren, welche Fakten um den jungen Weber und sein Meisterstück sich wirklich erhärten lassen.

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René König (links) und Gregor Kozik zeigen im Fischer- und Webermuseum ihre Germens-Hemden, die einen farbenfrohen Kontrast zum legendären Hemd ohne Naht aus dem 18. Jahrhundert bilden.

Quelle: sok

Steinhude. Seit Februar hat eine Projektgruppe vom Historischen Seminar der Leibniz-Universität mit Dozentin Stephanie Kirsch und den Studentinnen Jessica Brechler, Ina-Michaela Roth und Carina Wiemann gemeinsam mit Museumsleiterin Sandra Kilb an der Ausstellung gearbeitet, die nun für die Öffentlichkeit zu sehen ist. Weil es keine überlieferte Darstellung des jungen Bühmann gibt, ist die Hauptfigur als gesichtslose Figur in Lebensgröße platziert – mit einer Kleidung, wie sie die Ausstellungsmacher als wahrscheinlich annehmen. „Johan sollte für uns präsent sein“, sagt Kirsch.

Der 1709 geborene Bühmann stand noch nicht mit auf der Liste, als 1728 – recht spät – die Steinhuder Webergilde gegründet wurde. Drei Monate später stieß er aber dazu, wie sich belegen lässt. Ein Indiz dafür, dass seine Hemden ohne Naht, zwei sind wohl entstanden, ihm eine dreijährige Wanderschaft ersparten. Als Sohn einer armen Bauernfamilie könnte er den Antrieb gehabt haben, den heimischen Hof nicht so lange alleinzulassen.

Sein Meisterwerk, das auch Fachleuten bis heute noch Rätsel aufgibt, ist indes auf der Welt kein Einzelstück. Auch aus anderen Orten Europas sind Hemden ohne Naht bekannt, vor allem aus Schottland. „Unseres ist aber das am besten erhaltene“, betont Sandra Kilb. Bühmann hat darin alle Bindungsmöglichkeiten genutzt, die zu der Zeit in der Weberei bekannt waren. Für die Information, dass das Hemd auch 1855 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt worden sei, hat das Forscherteam bisher noch keinen Beleg in seinen Quellen gefunden. Wer dazu etwas beitragen kann, ist willkommen.

Ein Farbtupfer in der Ausstellung sind die kunstvoll bedruckten Hemden aus der Chemnitzer Kollektion Germens von Gregor Kozik und René König. „Wir fühlen uns dem jungen Weber verbunden, weil auch wir uns auf Neuland bewegen“, sagte Kozik, der für den künstlerischen Teil zuständig ist. Sie laden die Ausstellungsbesucher ein, selbst Muster in einem Skizzenbuch zu hinterlassen. Daraus entsteht, wenn der Versuch glückt, am Ende ein neues, ein weiteres besonderes Steinhuder Hemd. Kozik war von der Ausstellung so begeistert, dass er bei der Eröffnung sagte: „Wir werden uns dafür engagieren, sie auch woanders zu zeigen.“

Die Ausstellung in den Steinhuder Museen, Neuer Winkel 8, ist bis zum 29. November zu sehen. Das Museum ist bis Ende Oktober dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet, im November nur an den Wochenenden. Der Eintritt beträgt drei Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 1,50 Euro. sok

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