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Seeprovinz Herbe Kritik an der ÖSSM
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz Herbe Kritik an der ÖSSM
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00:31 07.11.2014
Kurz vor der Steinhuder-Meer-Konferenz meldet sich die IG „Pro Steinhuder Meer“ mit erneuter Kritik an der geplanten Erweiterung des Naturschutzgebietes „Totes Moor“ zu Wort. Quelle: jpw
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Die Initiative zählt laut Eigenangabe auf der Internet-Seite derzeit rund 1900 Unterstützer, darunter viele Vereine und Institutionen wie die Steinhuder Meer Tourismus GmbH. Die Gruppe hatte sich formiert, als Pläne der Region Hannover öffentlich wurden, ein vergrößertes Naturschutzgebiet „Totes Moor“ auszuweisen.

 Besonders im Visier der Gruppe: die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer in Winzlar, die einerseits mit der wissenschaftlichen Aufsicht über die Naturschutzgebiete rund um das Steinhuder Meer betraut ist, andererseits aber auch Gutachten für weitere Planungsprozesse fertigt.

 „Zweifel“, so teilte der Pressesprecher der Gruppe, Emke Hillrichs, am Gutachten der ÖSSM zur Naturschutzgebietserweiterung seien von „Pro Steinhuder Meer“ deutlich vorgetragen worden. Dass die Region hierbei Korrekturen einfließen lasse, sei „im Sinne eines funktionierenden Naturraumes zu hoffen“.

 Trotz intensiver Bemühungen sei es „Pro Steinhuder Meer“ nicht gelungen, eine klare Forderung der EU nach Ausweitung der Naturschutzgebiete zu bekommen. Auch würden von der Region Hannover die Zahlen der jüngsten Vogelzählungen unter Verschluss gehalten, gleichwohl aber als Begründung für die Ausweitung genannt, schreibt Hillrichs.

 Hillrichs geht weiterhin auf die „Einstellung des Zielwasserstandes“ des Steinhuder Meeres auf 38,00 Meter NN ein. Diese sind im Betriebsplan festgelegt und durch Verwallungen im Bereich des Hagenburger Moores nach jahrelangen Vorarbeiten erreicht, was Hillrichs als „positiv“ bewertet.

 Die Region Hannover fordert der Sprecher auf, „die Auswirkungen der Arbeiten der ÖSSM sorgfältig zu prüfen“. Es scheine Praxis zu sein, so schreibt Hillrichs, dass umfangreiche Umgestaltungsmaßnahmen der Naturschutzflächen durchaus in Schutzzeiten stattfinden dürften. Gleichzeitig werde aber für ein Konzert auf der Seebühne am Wilhelmstein eine umfassende Umweltverträglichkeitsstudie gefordert.

 „Auswilderungen erfolgen ohne Folgeabschätzung, eine Einschränkung des Naturparks wird bewusst in Kauf genommen“, meint Hillrichs, um anschließend eine sachliche und ausgewogene Betrachtung von Details zu fordern. Naturschutz sei „stets eine Einbahnstraße und ein Zurückschrauben übersteigerter Maßnahmen unmöglich“, kritisiert er. jpw

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