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Karauschen schwimmen wieder

ÖSSM siedelt gefährdete Fischart an Karauschen schwimmen wieder

Um die Karauschen, eine früher häufige Fischart, stand es vor rund fünf Jahren noch schlecht im Steinhuder Meer. Mit der Unterstützung des Landes und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung startete die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) das landesweit erste Projekt zum Schutz der stark gefährdeten Karausche. Und der Erfolg kann sich sehen lassen.

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Die goldig glänzenden Karauschen waren noch vor wenigen Jahrzehnten überall häufig. Heute sind sie durch Lebensraumverlust und Hybridisierung mit anderen Fischarten in Niedersachsen stark gefährdet.

Quelle: pr.

SEEPROVINZ. In acht für den Schutz der seltenen Fische angelegten Gewässern leben heute wieder mehrere Tausend Tiere, berichtet Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM.

 Noch vor 40 Jahren war die Karausche, die jedem Angler ein Begriff ist, weit verbreitet. Doch dann erlitt die Fischart einen Rückgang, den in diesem Umfang wohl kein Experte für möglich gehalten hatte. Lebensraumverlust und vor allem die Konkurrenz sowie die Kreuzung mit nicht heimischen Giebeln und ausgesetzten Goldfischen setzten der eigentlich unempfindlichen Art so zu, dass sie in der Roten Liste der gefährdeten Fische in die zweithöchste Gefährdungskategorie eingestuft werden musste.

 „Wir haben dutzende Gewässer befischt und überall dort, wo wir einen Verdacht auf Karauschenvorkommen hatten, konnten wir nur Giebel oder schwer unterscheidbare Hybriden nachweisen. Somit war der Fang von Zuchttieren unmöglich und wir mussten unseren alternativen Plan nutzen“, erklärte Brandt. Und der sah vor, Karauschen zu beschaffen, die genetisch in das Umfeld des Steinhuder Meeres passen. Diese wurden schließlich in einer um den Erhalt der Art bemühten Teichwirtschaft bei Celle gefunden.

 2011 traten die ersten 1000 Karauschen die Reise an das Steinhuder Meer an und wurden zur Vermehrung in vorbereitete Gewässer abseits des Sees eingesetzt – nach einem Gentest, der in der englischen Universität von Hull durchgeführt wurde.

 Bereits 2012 konnte die ÖSSM zusammen mit Projektpartner und Fischexperte Oliver Finch aus Rastede den ersten Fortpflanzungserfolg nachweisen. Seitdem gelang der Nachweis von jungen Karauschen jährlich. „Mittlerweile dürften viele tausend artreine Karauschen in den Schutzgewässern leben und eine überregional wichtige Genressource darstellen“, so sagte Finch.  r

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