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Seeprovinz Kranenburg – oder doch nicht?
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz Kranenburg – oder doch nicht?
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00:22 08.03.2015
Der Standort der Kranenburg ist Thema eines Vortrages von Timm Weski. Quelle: jpw
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Seeprovinz. Zwar konnte Heine dank geophysikalischer Untersuchungsmethoden einige Aufschlüsse über den heutigen Zustand der Reste auf dem Grund des Steinhuder Meeres gewinnen, dennoch herrschte Einigkeit darüber, dass sich die Forschung gerade erst am Beginn befand.

„Neue Erkenntnisse“, so sagte Jürgen Engelmann, der Vorsitzende der Ortsgemeinschaft Seeprovinz des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins, bringe nun der Vortrag eines Kollegen von Heine: Timm Weski, der am Institut für Vor- und Frühgeschichte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München arbeitet. Er wird am Donnerstag. 26. März, ab 19 Uhr in den Räumen der Volksbank Steinhude, An der Schanze 1, referieren.

Als Fehldeutung von schriftlichen Quellen hatte Weski bereits im Frühjahr 2013 eine vermutete Erhöhung des Seespiegels im 16. Jahrhundert bezeichnet. Die Lage der Burg im See lasse sich mit den geologischen Verhältnissen und der Ufererosion ausreichend klären. Dass es sich nun um die „Kranenburg“ handeln solle, führt Weski nur auf einen Analogieschluss zurück. Aus dem Vertrag von 1320, der die Existenz einer „Kranenborch“ belege, seien aus heutiger Sicht alle anderen Verteidigungsanlagen lokalisierbar.

Heine hatte sich bei seiner Begründung für die Bezeichnung „Kranenburg“ auf die regionale Geschichtsforschung bezogen, die die mutmaßliche Stelle als die von den Bischöfen von Minden erbaute Kranenburg identifizierten.

Ob es tatsächlich die Bischöfe von Minden gewesen sind, die eine Burg in der Nähe des heutigen Steinhudes errichtet haben, auch daran bestehen Zweifel. Einige Experten bringen bereits die Grafen von Roden als Erbauer ins Spiel, die später die 1378 erstmals erwähnte „Hagenborch“ errichteten. jpw

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