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Marke im politischen Jahreskalender

Neujahrsempfang der Landeskirche Marke im politischen Jahreskalender

Nun könne die Landespolitik starten, hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil gesagt. Nun – nach dem Neujahrsempfang der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der sich daran anschließenden Hora in der Loccumer Stiftskirche.

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Grenzen sind das Thema der Rede von Ralf Meister.

Quelle: ade

Loccum. Eine Marke im politischen Jahreskalender sei dieser Empfang, der seit 68 Jahren stattfinde. Eine Marke, die den Anfang dieses Kalenders markiere.

Mit Traditionen beginnt also das Jahr, sowohl für Politik als auch für Kirche. Einen winzigen Bruch musste die Landeskirche in diesem Jahr in die Tradition bringen. Statt des Refektoriums des Klosters Loccum musste die Klosterkirche selbst als Ort für den Empfang herhalten. Umfangreiche Baumaßnahmen sind über mehrere Jahre noch zu erwarten, sodass dieser Ort wohl mehr als einmal gewählt wird.

Ihre größte Sorge sei gewesen, erzählte Landesbischof Ralf Meister, ob es auch bei minus 20 Grad gelingen werde, die Kirche ausreichend zu heizen. Vorsorglich habe das Kloster deshalb Decken gekauft, die die Gäste sich über die Knie legen könnten. Die Sorge war unbegründet und bei nahezu frühlingshaften Temperaturen blieben die Decken liegen, um auf einen ersten Einsatz womöglich in 2019 zu harren – wenn der Neujahrsempfang wie es Tradition ist, wieder im Kloster Loccum am 6. Januar – dem Epiphanias-Tag – ausgerichtet wird.

Traditionelle Wegmarke

Eine Wegmarke ist dieser Epiphanias-Empfang in Niedersachsen also und zu dieser Wegmarke gehört ebenso traditionell, dass sich große Teile des Kabinetts, aus Kirche, Wirtschaft und anderen Bereichen, die maßgeblich gestaltend im Land wirken, auf den Weg nach Loccum machen, und dass sowohl Bischof als auch Ministerpräsident eine Rede halten.

Den Anfang machte dabei Stephan Weil. Er verwies noch einmal auf das Reformationsjubiläum des vergangenen Jahres, das er als gelungene Selbstdarstellung der evangelischen Kirche empfunden habe, und in dem sie sich gleichzeitig selbstbewusst und auch selbstkritisch gezeigt habe. Einen Vergleich der Voraussetzungen, die Deutschland vor 68 Jahren beim ersten Neujahrsempfang gehabt habe, zu dem heutigen Ereignis, schloss er daran an. „Besudelt unter den Völkern“ habe Bertold Brecht Deutschland damals bezeichnet. Von jenem Tiefpunkt bis heute sei es ein gewaltiger Unterschied. Die Gegenwart sei gekennzeichnet von einem Reichtum und von Möglichkeiten, die früheren Generationen unfassbar erschienen wären. Gleichwohl es viele soziale Probleme gebe, müssten die Niedersachsen im Vergleich zu den allermeisten Ländern der Welt nicht meckern.

Kirchen spielen große Rolle

Verunsicherung bestehe aber dennoch und ihr könne nur begegnet werden mit der Vermittlung von Sicherheit. Was Sicherheit meine, versuchte Weil im Anschluss aufzuschlüsseln, Gewissheit und Gemeinschaft waren seine Antworten darauf und die könnten nicht allein von der Politik geschaffen, sondern müssten auch von den Menschen im Land getragen und gefördert werden. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ führte er als Beispiel an, beteuerte, wie groß die Rolle sei, die den Kirchen und Religionsgemeinschaften dabei zukomme und kam darüber zu einem umstrittenen Punkt: Welcher Tag soll künftig als weiterer Feiertag in Niedersachsen eingeführt werden? Seine Meinung, dass dieses der Reformationstag sein solle, bekräftigte Weil in diesem Zusammenhang noch einmal.

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