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Seeadler am Steinhuder Meer brüten wieder

Seeadler am Steinhuder Meer brüten wieder

Die Seeadler am Steinhuder Meer brüten wieder. Das teilte die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V.) mit. Hunderte Besucher konnten während der warmen Ostertage sogar erstmals die mit weißen Dunen befiederten Küken des wohl bekanntesten Seeadlerpaares in Niedersachsen beobachten.

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„Der Nachwuchs ist nun etwa zwei Wochen alt und seit wenigen Tagen vom Rundweg aus auf dem riesigen Nest durch ein Münzfernrohr zu sehen“, so Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM. Erst seit Gründonnerstag wissen die Naturschützer, dass es sich um zwei Jungvögel handelt.

Die Besucher wurden vom Rundweg aus Zeuge, wie die großen Vögel mit ihren riesigen Schnäbeln den Küken fürsorglich kleine Futterhäppchen verabreichten. So gab es am Wochenende als Mahlzeiten unter anderem Fisch und Bisamratte, wie die zahlreich anwesenden Beobachter feststellen konnten.

 

Das auf Initiative der ÖSSM aufgestellte Münzfernrohr soll aber nicht nur einen Einblick in das Brutgeschäft einer in Niedersachsen sehr seltenen Vogelart ermöglichen, sondern außerdem die störungsempfindlichen Seeadler davor bewahren, dass sich Menschen unbefugt den Vögeln nähern, um sie mit bloßem Auge oder "kleiner" Optik beobachten zu wollen. "Von dem 400 Meter entfernten Aussichtsstandort am Rundwanderweg aus kann nichts passieren, das kennen die Adler", so Thomas Brandt. „Aber ein selbst kurzzeitiges Verscheuchen der Adler bei Annäherung durch Menschen kann dazu führen, dass weniger scheue Beutegreifer wie Kolkraben die Gelegenheit nutzen, um die Küken zu stehlen“, so der Diplombiologe weiter. Über die Ostertage wurden der Neststandort von Mitarbeitern der ÖSSM und des Naturschutzbundes (NABU) mit Personal und Kameras überwacht. Tatsächlich wurden im Naturschutzgebiet auch Unbefugte auf gesperrten Wegen und sogar abseits von Wegen erwischt. Diese müssen nun mit Bußgeldern in dreistelliger Höhe rechnen. Dem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Freude über die Seeadlerküken noch ungetrübt ist. Brandt: „Im Großen und Ganzen sind die Besucher aber äußerst diszipliniert, halten sich an die Spielregeln und freuen sich mit uns über die Seeadler, die als eines von nur rund 20 Paaren in ganz Niedersachsen zweifellos eine bedeutende Besucherattraktion am See sind.“

Vor zwei Jahren brüteten die Seeadler erstmals für die Öffentlichkeit sichtbar am Steinhuder Meer. Sie zogen einen Jungvogel auf, der in Gedenken an den berühmten Tierforscher Prof. Dr. Bernhard Grzimek im Beisein von dessen Enkel Christian Grzimek von den Naturschützern Bernhard getauft wurde. 2010 stürzte der Baum mit dem schweren Nest kurz vor Beginn der Brutzeit um. Die Adler brüteten in dem Jahr nicht mehr, sondern bauten das jetzige Nest nur rund 30 Meter entfernt.

Auch in diesem Jahr sollen die beiden Jungvögel einen Namen erhalten. „Wir suchen noch nach gut begründeten Vorschlägen“, so Thomas Brandt. Die können per E-Mail unter dem Stichwort „Seeadlertaufe“ an die Adresse info@oessm.org geschickt werden.

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