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Seeprovinz Steinadler kreist über Meerbruch
Schaumburg Seeprovinz Seeprovinz Steinadler kreist über Meerbruch
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00:16 23.03.2016
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Seeprovinz

Nach Auskunft von Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM), ist der junge Greifvogel beringt und stammt aus Gefangenschaft. Mindestens ein bis zwei weitere Artgenossen der in diesen Breiten ausgerotteten Art sollen aber – ohne Ring - über Norddeutschland unterwegs sein.

Bereits Anfang Dezember sei dieser Vogel am Dümmer erstmals gesichtet worden, ein weiterer kreist bei Oldenburg, erklärt Brandt. Möglicherweise fliegt noch ein dritter Steinadler bei Uchte.

Der über dem Meerbruch kreisende Jungvogel – zu erkennen an weißen Flügelfeldern und weißer Schwanzbinde - ist von der Diepholzer Moorniederung aus zum Steinhuder Meer geflogen. Seit Anfang März zieht der Adler immer wieder über dem Meerbruch seine Kreise.

Dort machte er bereits dem Seeadlerhorst seine Aufwartung und versuchte, beim brütenden Weibchen mit Nistmaterial zu werben, so lange, bis ihn das Seeadlermännchen vertrieb. In einer Ersatz-Nisthilfe fing der junge Steinadler auch mit dem Horstbau an. Der noch nicht geschlechtsreife Vogel lieferte sich außerdem einige halbernst gemeinte Luftkämpfe mit dem ebenfalls noch nicht in der Pubertät befindlichen Seeadler-Nachwuchs. Einige seiner Aktivitäten sind dokumentiert auf der Internetseite der ÖSSM.

Der Steinadler ist meist etwas kleiner und wendiger als der wieder am Steinhuder Meer brütende Seeadler. Bis vor rund 200 Jahren war die Art auch in Deutschland weit verbreitet, wurde aber als Jagdkonkurrent und Feind der Nutztiere ausgerottet. Größere, freilebende Populationen gibt es in Bavern (Alpen), Spanien, Polen, Norwegen und Finnland. jpw

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