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Steinhuder-Meer-Aale werden Ostfriesen

Vermarktung um den Flachsee wird von TTIP- Gesprächen nicht tangiert Steinhuder-Meer-Aale werden Ostfriesen

Wie echt sind die Steinhuder Aale? Oder doch lieber nur „geräuchert nach Steinhuder Rezept“?

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Die Steinhuder Aale kommen zumn beachtlichen Teil aus Zuchtfarmen in mehreren europäischen Ländern.

Quelle: pr.

Seeprovinz. Der Räucheraal aus Steinhude ist eine weltweit gerne verzehrte Delikatesse – die Hochsaison am Steinhuder Meer mit dem Versandgeschäft über die Weihnachtstage ist gerade wieder einmal vorbei, da schwappt die Diskussion um den Schutz regionaler Produkte, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Verlauf der Debatte um das Freihandelsabkommen TTIP bis an den Flachsee.

Seit Jahren ist bekannt, dass die überwiegende Mehrzahl der Aale, die in Steinhude weiterverarbeitet werden, aus Zuchtfarmen in Polen, Italien und den Niederlanden lebend per Lastwagen an das Steinhuder Meer gefahren wird. Zu hiesigen Fischen werden die Aale erst durch das Räuchern nach Steinhuder Rezept.

Wieviel Prozent der Aale, die in Steinhude verkauft werden, auch wirklich aus dem Meer stammen, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Die nur noch nebenberuflich tätigen Steinhuder Fischer bestätigten früher eher hinter vorgehaltener Hand Zahlen zwischen zwei und fünf Prozent.
Im Winter wird dazugekauft
Der hauptberufliche Fischer Rudolf Endjer hat solche Zahlen stets bestritten, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Impulse“ räumte er vor eingen Jahren schon ein, speziell im Winter, wenn sich keine Aale fangen lassen, dazuzukaufen. Die verbliebenen, echten Aale aus dem Steinhuder Meer mutieren auf ihrem 200 Kilometer langen Weg nach Emden zur dortigen Spezialität nach ostfriesischem Rezept.

Keine Chance also, für den Steinhuder Aal, das strenge, von der EU vergebene Siegel der „geschützten Ursprungsbezeichnung“ zu bekommen, wie sie in Niedersachsen nur die Diepholzer Moorschnucke und die Lüneburger Heidschnucke besitzen: Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung erfolgen in Deiner Region.

Aber auch für die nicht so strengen Regel von der „geschützten geografische Angabe“ reicht es beim Steinhuder Räucheraal nicht. Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung müssten dazu in einer Region stattfinden.
„Geräuchert nach“ – mehr geht nicht
Doch nicht nur der Markenschutz und das damit verbundene EU-Qualitätssiegel, um die es bei den Verhandlungen um den Freihandelsvertrag geht, spielen eine Rolle. Auch juristische Gründe spielen eine Rolle, dass sich die meisten Betriebe am Steinhuder Meer mit der Formulierung: „geräuchert nach Steinhuder Rezept“ begnügen.

Und das Rezept rund um den Rauch mit echtem Buchenholz könnte – trotz endloser Verhandlungen hin oder her - schon jetzt in alle Welt exportiert werden. Und die Geschmachsnerven der Kunden der Steinhuder Anbieter dürften diese zum Teil komplexen Dinge auch nicht besonders negativ beeinflussen.   jpw

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