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Unverständnis für riskante Tour

Viel Kritik nach der Rettung von 35 Kanuten am Sonnabend Unverständnis für riskante Tour

Nach dem großen Rettungseinsatz für 35 Kanuten von Sonnabend herrscht rund um das Steinhuder Meer viel Unverständnis über die riskante Tour.

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Ein Mitglied der Wettfahrtvereinigung hat die Jugendlichen ins Schlepptau genommen.

Quelle: pr.

Steinhude/Hagenburg. Die Samtgemeindefeuerwehr Sachsenhagen versucht aber, dem Eindruck eines leichtfertigen Auslaufens entgegenzuwirken.

 Dass „möglicherweise Gefahren unterschätzt“ worden seien, räumt Sven Geist, Sprecher der Feuerwehr in der Samtgemeinde Sachsenhagen ein. Allerdings seien die Betreuer der Gruppe sehr kanuerfahren gewesen. Sie absolvierten jährliche Touren und hätten im vergangenen Jahr an der Mecklenburgischen Seenplatte einem Kanufahrer das Leben gerettet.

 Die Teilnehmer des Übernachtungswochenendes in Auhagen, Jugendfeuerwehrleute im Alter zwischen zehn und 16 Jahren, seien auch am Tag zuvor mit dem Boot unterwegs gewesen. Ausdrücklich unterstrich Geist, dass am Morgen vor der Tour, die vom Hagenburger Kanal aus nach Mardorf führen sollte, von den Organisatoren der Wetterbericht abgefragt worden sei.

 Nach Darstellung des Sprechers habe sich kurzfristig aus dem windigen Wetter eine Böenzone mit Sturm und Regen gebildet. Über deren Heftigkeit seien die Teilnehmer überrascht gewesen. Nach seiner Kenntnis waren die Zweier- und Dreierboote nicht allein unterwegs: „Zumindest war immer ein Betreuer in der Nähe.“ Zu möglichen Konsequenzen wollte sich der Brandmeister der Samtgemeinde, Joachim Muth, nicht äußern.

 An dem Rettungseinsatz war auch die Wettfahrtvereinigung mit mehreren Booten beteiligt. Für die Vereinigung hat der Rettungseinsatz am Sonnabend begonnen, als sich dort ein Auswandererfahrer meldete, der abtreibende Kanuten gesichtet hatte. Stefan Ibold, der am Wochenende Motorbootdienst auf der „Rika“ des Hannoverschen Yacht-Clubs versah, berichtet, dass er nach fünf Minuten zunächst auf eine Gruppe von drei Booten mit erwachsenem Begleiter am Wilhelmstein stieß, bei denen es hieß, es sei alles in Ordnung. „Wir fuhren weiter Richtung Mardorf, wo wir die ersten Kinder völlig erschöpft abgeborgen und auf die ,Rika‘ genommen haben. Die nächsten fünf Boote haben wir als Päckchen hinter die ,Rika‘ gebunden“, berichtet er. Die Kinder hätten zuvor gesagt bekommen, sie sollten nach Mardorf paddeln – ohne genau zu wissen wohin an der langen Uferlinie und ohne dass dort jemand auf sie wartete.

 Die Feuerwehr-Leitstelle beorderte die Retter von der ,Rika‘ mit den zwölf Kindern zum Hagenburger Kanal. Weil das gegen den starken Wind gewesen wäre, fuhr die ,Rika‘ aber zunächst im näheren Mardorf an Land. Weil noch völlig unklar war, wie groß die Gruppe insgesamt war, mobilisierte Sebastian Tatje in einer Viertelstunde insgesamt zehn weitere Bootsbesatzungen der Wettfahrtvereinigung, die mit der Feuerwehr und der DLRG die Kinder abbergen konnten. „Ein großes Problem war noch zusätzlich, dass der gesamte Funkverkehr aus unbekannten Gründen massiv gestört war.“

 Ibolds Fazit ist: „Nur dank der schnellen Reaktion des Auswandererfahrers und der Umsicht von Sebastian Tatje ist es zu verdanken, dass hier nicht erheblich Schlimmeres passiert ist.“ Der Wind habe anfangs nach seinem Eindruck mindestens 6 Beaufort betragen, weshalb auch die Warnleuchte auf dem Wilhelmstein lief.

 Der Einsatz hatte mehr als 100 Helfer in Atem gehalten. Jörg Wunnenberg. stellvertretender Brandmeister der Samtgemeinde leitete den Einsatz der fünf Feuerwehren an Land. „Wir haben zunächst nicht gewusst, dass es uns betraf“, sagte er.

jcpw

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