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Seeprovinz Wird einer krank, gibt’s keine Betreuung
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00:18 18.09.2017
So sieht das heutzutage in einer Kinderkrippe aus: Claudia Weiß (rechts) führt Marja-Liisa Völlers und Stephan weil herum. Quelle: ade
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Loccum

Begleitet wurde Weil von der SPD-Bundestagskandidatin Marja-Liisa Völlers. Mit Krippen kenne er sich aus, sagte Weil beim Besuch in der Einrichtung. Schließlich habe er sich, als sein Sohn klein gewesen sei, in dem Kreis engagiert, der die zweite Kinderkrippe Hannovers einrichten wollte. Wie mühsam solche Vorhaben manchmal seien, wisse er deshalb – wenngleich die Anforderungen für den Betrieb solcher Einrichtungen sich seit jenen Zeiten sehr erhöht hätten.

Mit welchen Auflagen sie zu kämpfen hatten, berichtete im Anschluss Claudia Weiß, die vor acht Jahren eine derjenigen war, die gegen viele Widerstände „Puttfarken“ ins Leben riefen. Die Kinderkrippe ist in privater Trägerschaft aus einer Eltern-Initiative heraus entstanden. Beim Gespräch im Nassraum mit Blick auf niedrige Wasch- und winzige Toilettenbecken erzählte sie davon und ergriff die Gelegenheit zu berichten, wo der Schuh drückt.

Ersatz durch Eltern wurde abgeschafft

Die kleine Krippe mit maximal 15 Kindern hätte ein großes Problem, Krankheitszeiten ihrer Fachkräfte zu überbrücken. Vor einigen Jahren noch sei es zulässig gewesen, dass bei Krankheit der zweiten Fachkraft stattdessen Eltern bis zu drei Tage lang als Ersatz einspringen durften. Das habe die Landesregierung abgeschafft. Ab dem ersten Krankheitstag müsse nun eine zweite Fachkraft vor Ort sein – oder die Einrichtung müsse für den Krankheitszeitraum geschlossen werden.

„Wir, in privater Trägerschaft und hier auf dem Land, finden keine Fachkräfte, die wir in solchen Fällen zu uns bestellen können“, erläuterte Weiß. Schon zweimal hätten sie deswegen für einen Tag schließen müssen.

Weil sagte, davon habe er noch nie gehört – und sagte zu, die Problematik näher zu prüfen. Das Dilemma, in dem diese Krippe ebenso wie andere steckt, erkannte er wohl.

Dritte Fachkraft wichtig

Dass vieles auch gut gelaufen sei in dieser Regierung, wenn es um Kinderbetreuung geht, fügte Weiß hinzu. Die Einführung einer dritten Fachkraft für Krippen bezeichnete sie als wichtigen Schritt. Ein weiteres Ziel Weils sei nun eigenen Angaben zufolge, etwas daran zu ändern, dass Erzieher eine Ausbildung von vier Jahren machten, in denen sie keinen Cent bezahlt bekämen.

Weiß indes unterbreitete, nachdem der Ministerpräsident bereits auf dem Weg zum nächsten Wahlkampftermin war, den Vertretern der SPD aus dem Stadtrat – Dörte Zieseniß und Jürgen Wagner – einen Vorschlag. Weshalb könne die Stadt nicht einfach eine Fachkraft einstellen, die als Springer für alle Einrichtungen in Rehburg-Loccum – also nicht nur die städtischen, sondern auch jene in privater Trägerschaft – eingesetzt werde? Das sei eine Lösung, die ihrer Meinung nach garantiert allen zugutekomme. ade

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