Wölpinghausen (jpw). Ihre Tochter Britta steht hinter der Theke und bedient weitere Kunden, derweil bleibt der rührigen Geschäftsfrau, Mutter und seit einigen Wochen auch Großmutter, ein Moment Zeit, ein Fazit des Jahres 2011 zu ziehen. „Es könnten ein paar Kunden mehr sein“, meint sie. Das liege aber in erster Linie nicht an den Wölpinghäusern, sagt Habelmann, sondern auch an den Einbrüchen der vergangenen Jahre, die der Abzug der Postbank, der Post insgesamt hinterlassen habe.
Als Nervenbelastung hat die Betreiberin natürlich auch einen echten Einbruch zu Beginn des Jahres registrieren müssen. Als Reaktion half die Gemeinde dabei, eine Alarmanlage einzubauen.
„Ich komme gerne hierher, weil ich hier vieles vor Ort bekomme“, sagt Simone Hermann, die gerade vorne an der Theke unter anderem frisches Paniermehl besorgt. „Kurze Wege“ sind der Wölpinghäuserin wichtig.
Für Ulrich Dankwerth sichert der „Kleine Laden“ die Grundversorgung im Ort. Außerdem – und da stimmt Dankwerth mit allen anderen Kunden überein – sei „immer ein nettes Gespräch und freundliche Bedienung“ drin.
Ursula Habelmann macht der Laden trotz der vielen Arbeit immer noch Spaß. Sie weiß um die guten Beziehungen zu vielen Kunden, die aus dem Miteinander im Ort gewachsen sind. „Wir bekommen manchmal Urlaubskarten“, sagt sie und sinniert darüber nach, wie es wäre, wenn sie einmal Urlaub vom Verkaufen, der Buchhaltung, dem Saubermachen und der Bedienung machen – und der „Kleine Laden“ Betriebsferien hätte. „Ich brauche keinen Urlaub“, unterbricht sie Tochter Britta, die nun zum Gespräch aus dem vorderen Raum dazugekommen ist.
Als „gut und hilfreich“ für den Laden hat sich nach dem Abzug der Post herausgestellt, dass weit mehr als die Wölpinghäuer Haushalte ihre „Garagenverträge“ mit der Post AG auf den „Kleinen Laden“ adressiert haben.
Um Weihnachten und Silvester gibt es immer besonders viel zu tun, mit einem eigenen Bestellzettel können Wünsche nach Backwaren vermerkt werden: „Silvester ist unser Haupt-Krapfen-Kampftag“, stellt Ursula Habelmann fest. „Natürlich gibt es auch welche mit Senf!“, betont sie. Backwaren – geliefert von der Bäckerei Pesalla – gehen ohnehin besonders gut, das übrige Sortiment hat sich in den vergangenen Jahren auch aus den Kundenwünschen heraus entwickelt. Einen Wunsch für 2012? Ursula Habelmann stutzt kurz: „Dass es den ‚Kleinen Laden’ am Ende des Jahres immer noch gibt.“
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