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Wrackteil des Lancaster-Bombers geborgen

Sondierungsfahrt des DLRG-Bootes bringt Überraschung Wrackteil des Lancaster-Bombers geborgen

Eine Motorhaube ist geborgen: Mit einer faustdicken Überraschung ging am Sonntagvormittag auf dem Steinhuder Meer die Suche nach dem britischen Lancaster-Bomber zu Ende. Die Maschine stürzte am 20. Februar 1944 nach einem Abschuss durch einen deutschen Nachtjäger in das Gewässer ab.

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Mit vereinten Kräften ziehen Wasserschutzpolizisten und die DLRG-Besatzung am Wrackteil.

Quelle: jpw

Seeprovinz. Zwei der sieben Besatzungsmitglieder hatten den Absturz überlebt, mindestens drei weitere Männer kamen ums Leben, Pilot Kenneth James Godwin und ein weiterer Flieger gelten als vermisst.
Ursprünglich hatte der Bergungsexperte Thorsten Perl vom Verein Flieger, Flugzeuge, Schicksale aus Wardenburg bei Oldenburg beim DLRG-Bezirk Hannover-Land nur wegen einer Sonde angefragt, um kurz vor dem Winter weitere Klarheit über die mögliche Lage der Lancaster-Teile zu bekommen. Doch das mit einem Side-Scan-Sonar ausgerüstete Boot „Otto Rinkel“ hatte bei der Fahrt zur vermuteten Absturzstelle bei einer Wassertiefe von 1,60 Metern plötzlich Metallberührung.
Auf dem Bootsmonitor zeichnete sich etwas ab, „das dort nicht hingehört“, berichtete Jan Heise aus dem Boot von einem großen Fremdkörper, der sich auch in Perls Magnetometer bemerkbar machte. DLRG-Rettungsdienstleiterin Astrid Wassermann stocherte mit einer Stange nach, doch die Besatzung mit Bootsführer Florian Selzer setzte erst einmal ihre Sonarfahrt fort.
Perl hatte bei einer Vorort-Recherche zusammen mit Historikern herausgefunden, dass es rund sechs Jahre nach dem Absturz der Maschine bereits eine Teilbergung gegeben hat. Danach galt es als wahrscheinlich, dass Teile des Flugzeuges noch im Schlamm des Steinhuder Meeres stecken.
Eines dieser Teile umkreiste das DLRG-Boot nach Abschluss der Sondierungsarbeiten, schließlich gelang es der Besatzung, den Anker im Metall zu verhaken. Zur Hilfe kamen noch zwei Beamten der Wasserschutzpolizei, die von ihrem Boot aus den Einsatz beobachtet hatten. Schließlich gelang es mit vereinten Kräften und einem am Alublech befestigten zusätzlichen Haken von Perl, das große Teil aus dem Schlamm zu ziehen und in das Boot zu verfrachten.
Selbst der Bergungsprofi Perl zeigte sich von dem unerwarteten Erfolg der Sondierungsaktion überrascht. Die DLRG-Besatzung brachte das Teil am Steinhuder Ferienpark an Land. Dort begann für Perl sofort die Arbeit, nachdem er an der mannshohen Motorhaube von einem der vier Triebwerke einige Typen- und Nummernschilder entdeckt hatte. Für ihn gilt es nun, per Abgleich aus der 90-prozentigen Gewissheit, dass es sich um das gesuchte Flugzeug handelt, eine 100-prozentige zu machen.
Perl steht mit der Familie des Piloten in Australien in Kontakt, die auf Neuigkeiten wartet. „Sie wollen auch im Frühjahr nach Deutschland kommen“, sagt er. Die Motorhaube wird zunächst in der DLRG-Garage in Steinhude eingelagert. Die Bereitschaftsführerin Astrid Wassermann bringt sie in einigen Wochen persönlich nach Wardenburg.

Von Jan-Peter Wiborg

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