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Als der Graf den Krieg entschied

Geschichtsforum Als der Graf den Krieg entschied

Das monotone Trommeln aus der Ferne kündigt das heranziehende Heer an. Am Hang seitlich des Waldweges kauern Jäger in ihren grünen Uniformen im Gebüsch und warten genau wie die Kanoniere in ihrer befestigten Stellung hinter schwerem Geschütz.

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Mit aufgepflanztem Bajonett wird die Stellung erstürmt.

Quelle: geb

Wölpinghausen. Nachdem die Jäger das Feuer aus dem Hinterhalt eröffnet haben, gibt auch die Artillerie den ersten Schuss auf die feindlichen Soldaten mit einem ohrenbetäubenden Knall ab. Diese erwidern das Feuer mit ihren Musketen und der Falkonett, einem kleineren mobilen Geschütz. Während der dichte Pulverdampf über das Schlachtfeld zieht, gibt Sergeant Frank Grabitz den Befehl zum Bajonett-Angriff. Unter lautem Gejohle erstürmen die Infanteristen die Geschützstellung und die Kanoniere müssen die Waffen strecken.

Zeitreise ins 18. Jahrhundert

Das historische Schauspiel in der Idylle des Naturfreundeshauses nahe des Wilhelmsturmes bildete den lautstarken Schlussakkord zum ersten Geschichtsforum des „Infanterieregiments Graf Wilhelm" der Weckbatterie Wölpinghausen. Viele Zuschauer konnten die Hobby-Soldaten in den originalgetreuen schaumburg-lippischen Uniformen des 18. Jahrhunderts zwar nicht zu ihrer militärischen Zeitreise locken, dafür bekamen sie Verstärkung von Gleichgesinnten.

Das Soldatenleben des Siebenjährigen Krieges

Das „Hannoversche Regiment von Hardenberg Nummer 6“ aus Osterath bei Düsseldorf und das „Regiment von Winterfeld Nummer 1“ aus Warburg verstärkte die heimische Truppe und so konnten eine Woche lang rund 35 historische Darsteller das Soldatenleben aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges nachempfinden. Das martialische Vergnügen lassen sich die Herren einiges kosten: 1000 Euro muss der Infanterist aufbringen, um den stilechten Soldatenrock vom Stiefel bis zum Dreispitz zusammenstellen zu können, für die authentische Muskete und den obligatorischen Lehrgang dazu sind es weitere 1000 Euro. Vom Landkreis musste zudem noch eine Schießgenehmigung her.

"Das erste Mal stand die ganze Welt in Flammen"

Eine Lehrstunde in Sachen Taktik erteilte der Historiker Marcus Stickdorn aus Löhne als Artillerieoffizier Krückeberg. An einem riesigen Modellbrett erklärte er seinen „Kerls“ in der Diktion der Epoche, wie die europäische Geschichte bei der Schlacht von Minden 1759 eine Wendung nahm, als Großbritannien an der Seite deutscher Grafen auf das Heer des französischen Königs traf. „Das erste Mal stand die ganze Welt in Flammen. Ich denke, die Zukunft wird englischer als zuvor“, resümierte der schneidige Hauptmann. Bei der Schlacht, in der fast 6500 Mann ihr Leben ließen, war es der entschlossene Artillerie-Einsatz des Grafen Friedrich Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, der letztendlich das Gefecht und damit auch den Krieg zulasten Frankreichs entscheiden sollte. geb

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