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Asylbewerber absolvieren Deutschkurs erfolgreich

200 fordernde Stunden Asylbewerber absolvieren Deutschkurs erfolgreich

Alle 20 Teilnehmer des Deutschkurses für Flüchtlinge, den die Volkshochschule (VHS) Schaumburg in Bergkirchen anbietet, haben zum Abschluss ihrer 200 Stunden ein Zertifikat bekommen.

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Lynna Held hält den Unterricht auf Deutsch – und wird meist verstanden.

Quelle: jpw

BERGKIRCHEN. So manches strahlende Gesicht war dabei, als Dozentin Lynna Held jedem Einzelnen im Seminarraum im Ludwig-Harms-Haus das Papier in die Hand drückte.

 „Immer noch ist das Wichtigste, dass die Teilnehmer weiter intensiv Deutsch lernen“, sagte Undine Rosenwald-Metz. Die VHS-Direktorin war aus Stadthagen nach Bergkirchen gekommen, um sich diesen dezentralen Kursus einmal selbst anzuschauen. Für alle Teilnehmer werde es weitere Folgekurse geben.

 „Deutsch lernen“, das ist der Schlüssel, sagte der Hausherr und Bergkirchener Pastor Reinhard Zoske. Er berichtete von der immensen ehrenamtlichen Vorarbeit und Begleitung für den VHS-Kurs. Selbst während der Sommerferien hätten sich Ehrenamtliche bereit gehalten, um mit den Flüchtlingen, die im Ort längst als Neubürger bezeichnet werden, weiter Deutsch zu lernen. „Wir fordern sie hier bei uns im Ort“, meinte der Pastor. Sie bewegten sich nicht wie in der Stadt unter ihresgleichen, „sondern sie sind hier im Kontakt mit uns und wollen und müssen Deutsch sprechen“.

 „Autolackierer, Taxi- und Busfahrer, Schneider“, so äußern sich die Männer, als die Dozentin nach den Berufswünschen fragt. Bei den Frauen kommt der Wunsch nach einer Krankenschwesternausbildung auf.

 Alle Themen bespricht die Dozentin auf Deutsch, nur äußerst selten muss jemand aus dem Kurs übersetzen, selbst als es um Fahrradstürze geht, die unter den Neubürgern nicht ausgeblieben sind, weil sie in ihrer Heimat kein Fahrrad hatten, können viele Helds Schilderungen folgen.

 Aber ernste Themen stehen am letzten Tag nicht mehr in Gänze auf dem Plan. Der Unterricht mündet in einem gemeinsamen (Kuchen-)Essen, das die Neubürger für alle Anwesenden vorbereitet hatten – und so ganz nebenbei erläutert ihnen die in Trachten- und im Schaumburger Brauchtum fitte Dozentin, wie es bei einem Erntefest zugeht. Schließlich wollen die Neubürger an diesem Wochenende in Bergkirchen auch darauf vorbereitet sein.

 Fast alles ist gut

 „Alles ist gut“, so fasst der Syrer Mohamed Bankin seine Zeit in Deutschland zusammen. Vor fast genau einem Jahr, am 22. September 2015 kam Bankin mit seiner Schwester Aisya nach Wiedenbrügge. Beide können sich schon fast problemlos auf Deutsch unterhalten. Mohamed macht ein Praktikum in einem Dachdeckerbetrieb. Zwei Berufswünsche habe er beim Jobcenter aufschreiben müssen und hat Dachdecker und Friseur angegeben. Autos zu lackieren, wie er es in Syrien bei seinem Vater getan hat, das will Bankin nicht mehr.

Schwester Aisya hat in ihrer Heimat Krankenschwester gelernt, aber sie weiß, dass noch einmal eine lange Ausbildung vor ihr liegt, um diesen Beruf in Deutschland auszuüben.

Und dann hat Mohamed doch ein Problem, das er mit alteingesessenen Wiedenbrüggern teilt: Zwar besitzt er ein Fahrrad, dass er auch benutzt, aber mit Blick auf die dunkle und kalte Jahreszeit drücken ihn die langen Wartezeiten auf den Bus nach Stadthagen. Zwei bis drei Stunden für eine Tour. „Wunstorf wäre besser“, sagt er. Mohamed geht offensiv mit dem Thema um. Er wird darüber mit dem Job-Center in Stadthagen reden.  jpw

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