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17:16 25.08.2017
Die Filmmusik entsteht digital: George Kochbeck komponiert an Keyboard und Computer. Quelle: RG
WIEDENBRÜGGE

„Die genaue Zahl an einzelnen Score Sequenzen, die ich komponiert habe, lässt sich schwer abschätzen“, sagt der 62-Jährige, der 1993, also vor mehr als 20 Jahren, zur Filmmusik gekommen ist. Es dürften allerdings mindestens 50 Einzelkompositionen gewesen sein, fügt er hinzu. Dabei habe es sich ausschließlich um Neukompositionen gehandelt, die er meistens alleine am Computer erstellt hat. „Bei zwei Liedern gab es einen Co-Komponisten. Und die Texte sind im Vorfeld geschrieben worden.“ Moderne Technik versetze ihn in die Lage, Stücke weitgehend am digitalen Piano zu entwerfen. „Das sind größtenteils virtuelle Instrumente. Und sie klingen den echten Instrumenten sehr ähnlich.“

Umfangreiche Arbeiten für den Film

Am Computer habe er alles zusammengestellt, von klassischen Streichern bis zum Schlagzeug. „Eine wirkliche Gesangsstimme allerdings kann man nicht per Computer nachstellen.“ In dem Film geht es um die Situation in der früheren DDR im Jahre 1988. Seine Arbeiten für diesen Film seien sehr umfangreich gewesen, erklärt Kochbeck, der auch schon die Filmmusik für verschiedene „Tatorte“ verfasst hat und seit rund zehn Jahren die Musik für die Serie „SOKO Leipzig“ entwirft.

Auch mit seinem Sohn hat Kochbeck einen Soundtrack erstellt

Mit der Filmcrew hat Kochbeck bei seiner Arbeit recht wenig Kontakt: „Mit den Schauspielern habe ich in der Regel nichts zu tun. Die Komposition der Filmmusik steht im Normalfall am Ende der Filmproduktion nach Abnahme des Rohschnitts.“ Mit seinem Sohn Lucas hat Kochbeck den Soundtrack für die sechsteilige Dokumentation „Der Luther-Code“ komponiert, der im Oktober 2016 zu Beginn des Lutherjahres ausgestrahlt worden ist. Ausschnitte aus dieser Filmmusik sind zu hören bei Liveauftritten seines GK-Ensembles im September in vier Kirchen im Landkreis – mit einem großen Abschlusskonzert am 23. September in der Stadtkirche in Bückeburg.

Für ein weiteres Filmprojekt sind die Aufnahmen schon im Kasten. „Für den nächsten Dresden-Tatort habe ich ebenfalls die Musik komponiert“, berichtet der Wiedenbrügger.

Bei der Ausstrahlung von „Verräter – Tod am Meer“ konnte Kochbeck noch mal genauer hinsehen. Der Komponist: „Die Kameraführung fand ich sehr gelungen, ebenso die schauspielerische Leistung der zwei Hauptdarsteller. Schade nur, dass den ursprünglichen Anfang des Filmes nie jemand zu sehen bekommt. Es war eine Entscheidung der ZDF Redaktion, diesen komplett zu ändern.“