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Wölpinghausen Gemeinde schießt eine Million Euro vor
Schaumburg Seeprovinz Wölpinghausen Gemeinde schießt eine Million Euro vor
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18:43 06.02.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Wölpinghausen

Der lang ersehnte Ausbau der Kreisstraße 37 in der Ortsdurchfahrt Wiedenbrügge und die Sanierung der Sporthalle in Wölpinghausen lassen das Haushaltsvolumen der Gemeinde Wölpinghausen auf bislang nie gekannte Größen wachsen: Mehr als zwei Millionen Euro will der Rat der Gemeinde Wölpinghausen in diesem Jahr investieren. Der Etat wird zum Jahresende vermutlich mit einem Minus von rund 117 000 Euro abschließen. Die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung der Einwohner zum Jahresende klettert damit auf mehr als 1000 Euro.

Landkreis zahlt Geld in 2025 zurück

Trotz dieser Perspektiven stimmte der Rat der Gemeinde Wölpinghausen dem Zahlenwerk während der jüngsten Sitzung einmütig zu. Der Grund für die Gelassenheit: Die Gemeinde muss den Ausbau der Kreisstraße 37 mit einer knappen Million Euro zwar zunächst vorfinanzieren, bekommt das Geld aber vom Landkreis Schaumburg bis zum Jahr 2025 zurückgezahlt.

Landeszuschuss wird erhofft

Für die Sanierung der Sporthalle als zweiter dicker Brocken im Hauhalt sind 744 000 Euro vorgesehen. Die Gemeinde erhofft sich dabei einen Landeszuschuss in Höhe von rund einer halben Million Euro. Erneuert werden darüber hinaus sechs Bushaltestellen, dafür sind 232 000 Euro eingeplant, auch für dieses Projekt werden die Landesverkehrsgesellschaft und der Landkreis Schaumburg gemeinsam aller Voraussicht nach 208 000 Euro zuschießen.

117000 Euro verbleiben als Defizit

Diese Zuschüsse sind bei der Pro-Kopf-Verschuldung noch nicht herausgerechnet. Der hohe Wert trügt darum, er sorgte allerdings auch unter den Zuhörern der Ratssitzung für Erschrecken. Das trotzdem verbleibende Defizit von rund 117 000 ist aber „echt“. Uwe Brinkmann für die CDU-Fraktion und Bernd Fröhlich für die Mehrheitsfraktion von SPD und Grünen stimmten darin überein, dass angesichts einer Sporthallen-Sanierung das Minus im Haushalt „erträglich“ wäre.

Mehr Haushaltsspielraum gewünscht

Mehr Sorgen macht den Ratsmitgliedern die Tatsache, dass die Gemeinde Wölpinghausen mittlerweile 101,5 Prozent der Einnahmen aus den Steueranteilen als Umlagen an die Gemeinde und die Samtgemeinde abgeben muss.
Bürgermeister Joachim Schwidlinski (SPD) plädierte dafür, sich mit der Samtgemeinde zusammenzusetzen, um künftig etwas mehr Haushaltsspielraum zu haben. Tendenziell bereiten sich die Wölpinghäuser Ratsmitglieder in Zukunft auf sparsamere Jahre vor. „Denn“, so mahnte Gemeindedirektor Hesterberg, „die Rücklage wird auch irgendwann aufgezehrt sein.“

Von Jan Peter Wiborg