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Glühwein statt Tränengas

Galgenhumor Glühwein statt Tränengas

Eine Premiere zum Finale: Kurz, bevor es nach einer 84-jährigen Geschichte mit der Zweigstelle Wölpinghausen der Sparkasse Schaumburg zu Ende geht, haben rund 20 Wölpinghäuser das Gebäude am Montagabend kurz vor Geschäftsschluss besetzt. Rein symbolisch, versteht sich. Einen Polizeieinsatz gab es nicht.

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Auch Schnittchen und Glühwein werden die Sparkasse nicht im Ort halten. pr.

Quelle: pr.

Wölpinghausen. Unter den Besetzern befanden sich auch Bürgermeister Jochen Schwidlinski und weitere Ratsmitglieder. Sie hatten Glühwein und andere Getränke mitgebracht.

 Der gewisse Galgenhumor der gesamten Aktion spiegelte sich auch in Joachim Sölters Pappschild wieder. „Ich bin so wütend, ich habe sogar ein Schild dabei“, stand darauf geschrieben.

 Die Schließung lässt sich nicht mehr abwenden. Aber so ganz unwidersprochen wollten die Bürger das Ende der Sparkassenfiliale eben nicht hinnehmen. Zumal Bürgermeister Joachim Schwidlinski noch zusätzliche schlechte Nachrichten mitgebracht hatte: Der vom Gemeinderat in einem Schreiben an die Sparkasse geforderte Geldautomat wird nicht kommen.

 Schwidlinski verlas das Antwortschreiben, in dem zunächst die bevorstehende Schließung unter anderem mit anhaltenden Niedrigzinsphasen, dem demografischen Wandel und auch dem Trend zum Online-Banking begründet wird. Die Verantwortlichen der Sparkasse bedauern, dass auch kein Geldautomat aufgestellt werden könne. Der genannte Grund: Der anzunehmende Mindestumsatz in Wölpinghausen würde die Kosten für den Betrieb nicht einmal zur Hälfte decken würden.

 Seit 1930 hat die Hagenburger Sparkasse eine Nebenstelle in Wölpinghausen unterhalten. Im Haus des Gastwirts und Bäckermeisters Plinke wurden einmal in der Woche Schalterstunden abgehalten. Von 1963 an gab es zweimal in der Woche Schalterstunden in zwei Räumen im Haus Nr. 20. Nachdem die Hauptzweigstelle in Hagenburg 1965 einen Neubau bezogen hatte, bekam auch Wölpinghausen einen solchen spendiert, am Ortsausgang in Richtung Bergkirchen. Die Geschäftsstelle ging im Juni 1969 in Betrieb.

 Nach knapp achteinhalb Jahrzehnten schließt die Sparkasse zum Jahresende. Die beiden Mitarbeiter gehen in die Zweigstelle nach Sachsenhagen.Seite 11

Von Jan Peter Wiborg

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