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Wunstorf

Stadtrat macht Weg für evangelische IGS frei


Wunstorf. Die Stadt Wunstorf hat den Weg frei gemacht für eine evangelische Integrierte Gesamtschule (IGS). Der Rat der 42.000-Einwohner-Stadt sprach sich am Mittwochabend mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und Grünen einstimmig dafür aus, Verhandlungen mit der hannoverschen Landeskirche aufzunehmen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag dem epd. Außer Wunstorf plant auch die Gemeinde Krummhörn in Ostfriesland eine evangelische IGS. Es wären die beiden ersten Gesamtschulen in Trägerschaft der hannoverschen Landeskirche.

Die Schule soll am 1. August mit bis zu 130 Schülern der fünften Klassen starten. Nach Angaben von Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (CDU) will die Stadt mit der Kirche zusammenarbeiten, weil die Schule dann als Ganztagsschule betrieben werden kann. In staatlicher Trägerschaft sei ein Ganztagsangebot nicht finanzierbar. Außerdem seien in einer Privatschule kleinere Klassen möglich. Die Eltern hatten sich bei einer Veranstaltung des Stadtelternrates zu etwa 70 Prozent für eine kirchliche Schule ausgesprochen.
Allerdings wurde auch Kritik am geplanten Schulgeld von 45 Euro laut. Die kirchliche Schuldezernentin Kerstin Gäfgen-Track betonte daraufhin, dass der Schulbesuch nicht am Geld scheitern werde. Bei Bedarf werde der Betrag ermäßigt oder entfalle ganz. Bürgermeister Eberhardt verwies darauf, dass in der Schule am Nachmittag eine Hausaufgabenhilfe und kostenlose Musikstunden angeboten werden sollten.
Kritiker hatten auch eingewandt, dass Religionsunterricht an der Schule verpflichtend sein solle und das Fach "Werte und Normen" nicht vorgesehen sei. Gäfgen-Track sagte dazu, ein guter Religionsunterricht gehöre zum Profil einer evangelischen Schule. Dort werde nicht missioniert, der Unterricht sei offen und dialogfähig. Falls sich genügend muslimische Schüler anmeldeten, wolle sie sich für ein Modellprojekt mit islamischem Religionsunterricht gemeinsam mit der Universität Osnabrück einsetzen.
Bisher befinden sich vier allgemeinbildende Schulen in Niedersachsen in Trägerschaft der hannoverschen Landeskirche. Seit mehreren Jahrzehnten werden das Gymnasium Andreanum in Hildesheim und die Paul-Gerhardt-Schule in Dassel von der Kirche unterhalten. 2007 kam eine Grundschule in Wolfsburg hinzu, 2008 ein Gymnasium in Nordhorn. 2010 soll eine weitere allgemeinbildende Schule in Meine bei Gifhorn eröffnet werden. Die Landeskirche will in den kommenden Jahren bis zu 15 evangelische Schulen gründen. epd

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