Steinhude (jpw). „Wir sollten den Wert des Steinhuder Meeres optimal nutzen“, forderte der Präsident der Region Hannover, Hauke Jagau, zum Auftakt des ersten Tages. Es gelte, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und Zielkonflikte zu lösen.
Das von Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt angesprochene Thema der Entschlammung nahm Otto Ripke, Staatssekretär aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, auf.
Er könne sich vorstellen, so sagte Ripke, dass der jährlich zur Verfügung stehende Betrag von 500 000 Euro kumuliert werden könne. „Wenn Sie sich einig sind, vielleicht auch mal zwei bis drei Jahre zusammengefasst“, warb Ripke. Der Staatssekretär brach „eine Lanze für die Fischerei“, die „untrennbar zum Tourismus dazu gehöre“.
„Der Naturschutz hat ein Eigeninteresse, dass der Schlamm aus dem Steinhuder Meer herauskommt“, unterstrich Bend-Karl Hoffmann, Referatsleiter aus dem Niedersächsischen Umweltministerium. Es gehe darum, den Schlamm umweltverträglich zu deponieren: Unter Umständen müssten dafür „Naturschutzflächen genommen werden, die einen gewissen Wert haben“.
Hoffmann brachte aus dem Ministerium in Hannover die Zusage mit, dass der Steg zum Winzlarer Turm – ein Projekt in Höhe von 38 000 Euro – genehmigt ist.
Der Geschäftsführer des Vereins deutscher Naturparke, Ulrich Köster, stellte in einem Überblick regionale Entwicklungspotentiale vor, die durch Naturparke entstehen können.
Der Naturpark „Steinhuder Meer“ sei bis heute „wesentlich vorangekommen“, bilanzierte dessen Geschäftsführerin Andrea Zörnig. Sie fordetre abgestimmte Konzepte und „vielleicht noch einmal groß und neu zu denken“.
Über die Tourismusorganisation und das Marketing berichtete der Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH, Willi Rehbock, der feststellte, dass für das Steinhuder Meer die Positionierung im Markt „sehr gut“ ist.
Karl-Heinz Garberding, Vorsitzender des Trägervereins der „Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer“, stellte den „Stationstisch“ als „großer Durchbruch für mehr Natur am Steinhuder Meer“ vor. Inzwischen sei der Naturschutz zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.
Der Konzeptionierer des touristischen Zukunftskonzeptes „Natürlich Steinhuder Meer 2017“, Prof. Heinz-Dieter Quack vom „Europäischen Tourismus Institut“ in Trier bestätigte, dass in den vergangenen fünf Jahren am Steinhuder Meer „außerordentlich viel passiert“ sei. Die wirklich wichtigsten Hausaufgaben seien als erste erledigt worden, über die Projekte, die derzeit auf Eis liegen, solle das Gespräch gesucht werden.
Sprachwitzig klang der erste Tag mit den beiden HAZ-Kolumnisten Bruno Brauer und Uwe Janssen und ihrem Stück von der „Feuchtelite“, die sich gemeinsam an die Organisation des 40-jährigen Bestehens des Naturparks mit internationaler Resonanz machen.
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