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Mein Landleben / Kalifornien-Urlaub Alles so still hier

Endlich wieder Regen. Und diese nordische Kühle, die sogar im Sommer für gemütliche Momente vor dem Kaminofen sorgt. Das hatte ich wirklich vermisst.

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Andere Länder, andere Schilder: Wildwechsel in Kalifornien.

Quelle: Weber

Von Anke Weber

Im Kalifornien-Urlaub war es meistens warm. Außer in San Francisco. Das Wetter dort kann mit dem norddeutschen Altweibersommer konkurrieren. Zumindest wenn es um spektakuläre Anblicke im Nebel geht. Die Golden Gate Bridge habe ich deshalb auch nur halb gesehen.

Wirklich praktisch sind Kaliforniens Straßen. Jedenfalls außerhalb der Städte. Die sind breit genug, um drei Mähdrescher nebeneinander ein Rennen fahren zu lassen. Wahrscheinlich müssen Kalifornier deshalb so große Autos fahren. Und große Hunde besitzen, damit die nicht in den großen Autos verloren gehen. Natürlich habe ich auch die Landwirtschaft interessiert beäugt. Die Agriculture, wie sie dort heißt, unterscheidet sich gar nicht so sehr von der vor der eigenen Haustür. Nur die Rinder-Wiesen sind größer. Gefühlt so groß wie bei uns ein 300-Seelen-Dorf.

So richtige Wiesen sind es allerdings gar nicht. Eher Tundra. Große Erntemaschinen habe ich überhaupt nicht gesehen. Dafür jede Menge Saison-Arbeiter, die Beeren und Grünes per Hand geerntet haben. Gewöhnungsbedürftig war auf jeden Fall die Tierwelt. Kolibris, Robben und Wale. In diesem Zusammenhang hat Kalifornien auch im Vergleich mit den Wildwechsel-Schildern zu Hause überrascht. Ein Schild für Möwen, die die Straße kreuzen? Mitten im Nirgendwo?

Aber in Niedersachsen gibt es ja auch Schilder, die Autofahrer vor Kühen warnen, die nach Hause getrieben werden, obwohl kaum noch ein Bauer seine Kühe zurück in den Stall treiben muss. Da kommt dann doch Verständnis für ein Schild mit tippelnden Möwen auf, obwohl diese Straßen hauptsächlich fliegend überqueren.

Jetzt bin ich wieder zu Hause. Und wundere mich, wie niedlich hier alles ist. So überschaubar. Die Wiesen, die Straßen und das Land an sich. Und still. Endlich ist es wieder still. Kalifornien gleicht einer Dauerbeschallung. Am Meer ebenso wie in Stadtnähe. Oder im Restaurant. Die Amerikaner müssen die Kellner anschreien, um sich verständlich zu machen. Wahrscheinlich, weil immer alle so laut reden.

Ich stelle mir vor, dass es in Küstennähe an dem permanenten Tosen der Wellen liegt. Da ist das Erheben der Stimme quasi Gewohnheit. Jedenfalls bin ich überrascht, wie still so ein Waldgrundstück sein kann. Ohne den Kalifornien-Urlaub hätte ich das wahrscheinlich niemals bemerkt.

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.