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Auch nach Ostern gibt es noch Überraschungen im Wald

Ostereier stoppeln Auch nach Ostern gibt es noch Überraschungen im Wald

Eine Marktfrau hat mir kurz vor Ostern ein kleines Geschenk überreicht. Ein Tütchen. Der vorfreudige Spannungsbogen reichte nicht sehr weit.

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Auch nach Ostern kann man im Wald noch allerlei Überraschungen finden.

Quelle: Anke Weber

Thema des Tages. „Für dein Eichhörnchen“, sagte sie und natürlich freute ich mich über die Walnüsse, die im Frühjahr nur noch schwer zu bekommen sind. Das Eichhörnchen beim Fressen der Nüsse in und auf der Futterbox im Garten zu beobachten, ist nämlich ein sehr lustiges Schauspiel. Allerdings stellte ich auch fest, dass auffallend viele Geschenke in letzter Zeit meinem Umfeld gelten. Nüsse für das Eichhörnchen, Kauknochen für den Hund und sehr oft Süßwaren und Geldscheine für meine Tochter.

Sobald man Kinder hat, wird es mit den Geschenken schlechter. Das habe ich gleich nach der Geburt meiner Tochter bemerkt. Adventskalender, Nikolausstiefel und Osternester waren plötzlich nicht mehr für mich bestimmt. Damals habe ich begonnen, mir beim Packen derartiger Geschenke für meine Tochter immer ein paar Süßigkeiten für mich abzuzweigen. Auf diese Weise habe ich mir jedes Jahr ein eigenes kleines Osternest in der Schreibtischschublade angelegt.

Quasi Selbstversorger. Dieses Jahr habe ich das gelassen. Wegen der Kalorien. Ostern habe ich dann aber doch ziemlich neidisch auf die Nester meiner Tochter geschielt. Besonders auf die Nougat-Eier. Alle anderen interessieren mich nämlich gar nicht. Leider mag meine Tochter die Nougat-Eier auch am liebsten. Heimliches Stibitzen ausgeschlossen.

Nach Ostern habe ich mich damit getröstet, dass mir zusätzlicher Festtagsspeck auf diese Weise erspart bleibt. Eine kindliche Rest-Enttäuschung blieb allerdings. Bis ich durch den Wald ging. Meine übliche Hundestrecke. Direkt hinter dem Haus. Und dort fand ich plötzlich ein Osterei. Dann ein zweites Ei. Und sogar ein drittes Ei. Das dritte war Nougat. Wer hatte die Eier versteckt?

Und warum hatte sie niemand gefunden? Natürlich suchte ich weiter. Noch mehr rätselte ich allerdings und dachte mir fantastische Geschichten aus, in denen Osterhasen wirklich existierten. Schließlich fiel mir aber wieder ein, dass die Nachbar-Familie Ostersonntag an meinem Haus vorbeigegangen war – die beiden kleinen Mädchen mit Körbchen in der Hand. Mein Fund bestand ganz sicher aus deren nicht entdeckten Resten. Die Magie war futsch. Doch kein Osterhase.

Aber die Freude blieb. Ich fand noch zwei weitere Eier. Das war doch allerbestes Ostereier-Stoppeln.

Anke Weber

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
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