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Grünbunt

Mein Landleben Grünbunt

Grün ist die Hoffnung. Und die sprießt gerade. Täglich ein bisschen mehr. Jedes Mal, wenn ich vor die Haustür trete, wundere ich mich. Der Anblick meines Gartens verändert sich stündlich. Man kann quasi dabei zusehen, wie die Blätter aus Büschen und Bäumen kriechen und sich entfalten. Zusammen mit den steigenden Temperaturen macht dieses frische Grün ziemlich gute Laune.

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In der Natur breitet sich das Grün aus.

Quelle: Anke Weber

Scheinbar war ich richtig auf Grün-Entzug in den vergangenen Monaten. Jetzt, da sich die Grün-Dosis täglich erhöht, verbessert sich auch mein Gemütszustand. Er war schon ziemlich auf dem Tiefpunkt. Wahrscheinlich Winterdepression oder so. Doch nun ist Erneuerung und Wachstum angesagt. Das zeigt die Natur. Und das bedeutet das Wort „grün“ auch ursprünglich. Es könnte also krass bergauf gehen mit meiner Laune. Wenn mein Rasen nicht wäre.

Mein Rasen ist eine traurige Fläche. Heimgesucht von Maulwürfen, zwecks Schredder-Arbeiten befahren von schweren Maschinen und jahrelang – abgesehen von dem Rasenmäher – sich selbst überlassen. Vertikutieren ist keine Lösung. Bei genauerer Betrachtung hat sich nämlich gezeigt, dass mein Rasen überwiegend aus Moos besteht. Ich habe sehr lange gegrübelt, was ich nun machen soll. Rollrasen habe ich ebenfalls abgewählt. Es soll eher eine übersichtliche Lösung werden. Sowohl in Sachen Arbeitsaufwand als auch finanziell.

Rasenfarbe?

Also habe ich das Internet mal wieder befragt und – Rasenfarbe gefunden. Die wird einfach auf den Rasen gesprüht und fertig ist die grüne Fläche. Ganz wunderbar. In Kalifornien machen das quasi alle. Denn wie die Amerikaner so sind, wollen sie trotz Dürre nicht auf grünen Rasen verzichten. Und weil Wasser zum Sprengen zu kostbar ist, etablierte sich die Rasenfarbe. Tatsächlich gibt es diese Farbe auch in Deutschland zu kaufen. Klingt ein bisschen irre. Aber für ein bisschen Hoffnung tut der Mensch ja bekanntlich wundersame Dinge. Und die Hoffnung ist eben grün.

Leider hält das Rasenfarben-Grün nur bis zum nächsten Rasenschnitt. Als Endlösung also auch nicht geeignet. Vielleicht muss Rasen aber auch gar nicht einfarbig sattgrün sein. Gerade in Niedersachsen nicht, wo schon die Kühe scheckig sind. Dafür gibt es sogar einen Namen: schwarzbunt. Unter diesem Aspekt finde ich gescheckten Rasen plötzlich voll gut. Rasen grünbunt. Und Kuh-Muster als Statement in allen Lebenslagen. So sieht sie nämlich aus – die Hoffnung. Weber

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.