Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Herbstfreuden

Mein Landleben Herbstfreuden

Nun ist also Herbst. Zumindest kalendarisch. Und gefühlt irgendwie auch. Auf der Negativ-Liste verzeichne ich das vermehrte Aufkommen von Blättern, die ich wegharken muss.

Voriger Artikel
Spinnenschiss
Nächster Artikel
Der Geschmack von Kindheit

Fliegenpilze: Optische Glücklichmacher erleichtern den Abschied vom Sommer.

Quelle: Weber

Von Anke Weber

Und morgens ist es bei geöffnetem Fenster irgendwie kalt unter meiner Sommerbettdecke. Beim frühen Spaziergang mit meinem Hund brauche ich jetzt eine Jacke, was mich nervt. Es war viel entspannter, einfach so aus dem Haus zu gehen. Am Schreibtisch bekomme ich wieder kalte Hände. Wahrscheinlich muss ich bald die Heizung anmachen. Auch das nervt mich, weil ich mich schnellstens um Brennstoff kümmern muss. Für die Heizung. Und auch um Holz für den Ofen.
Andererseits ist er ja auch ganz schön, dieser Herbstbeginn. Der Zwang, permanent draußen die Sonne genießen zu müssen, lässt eindeutig nach. Schon wegen der abnehmenden Sonnenstunden. Endlich kann ich wieder in Ruhe arbeiten. Wahrscheinlich muss auch der Rasen nur noch ein einziges Mal gemäht werden. Dann bin ich dieses lästige Thema für Monate los. Bei näherer Betrachtung wird mir der Herbst immer sympathischer.

Die leuchtenden Farben von Sonnenblumen, Kürbissen und Fliegenpilzen stehen auf jeden Fall auf der Positiv-Liste. Und die Kastanien. Aus denen kann man lustige Tiere basteln und außerdem sollen sie ja, wenn man sie in der Hosentasche trägt, gegen Rheuma oder Gicht helfen. Ich habe zum Glück beides nicht. Aber prophylaktisch kann so eine Kastanie in der Tasche ja nicht schaden. Dennoch habe ich mal nachgesehen, was es mit dieser Volksweisheit auf sich hat.

Kaum hatte ich die Wörter „Kastanie“ und „gegen“ eingegeben, hat die Internet-Suchmaschine noch ganz andere überraschende Ergebnisse ausgespuckt. Zum Beispiel, dass Kastanien in den Zimmerecken Spinnen vertreiben. Und auch im Kampf gegen Obstfliegen sollen sie hilfreich sein. Ich habe natürlich sofort mit einer Versuchsreihe gegen Spinnen begonnen.
Also dieser Herbst mausert sich regelrecht zu einem Quell der Freude. Sogar die Nacktschnecken werden weniger. Was machen die eigentlich im Winter? Sterben die? Das Internet sagt, dass tatsächlich viele von ihnen bei Kälte aus dem Leben scheiden.

Wirklich weinen muss ich deswegen aber nicht. Warum auch? Dafür gibt es jetzt ja wieder überall diese Zimtschnecken. Die schmecken nach Weihnachten und das hilft sehr gut über eventuell aufkommende Herbstdepressionen hinweg.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.