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Hundehaare ernten

Mein Landleben Hundehaare ernten

Mein Hund haart. Vielleicht ein verfrühter Fellwechsel, wegen der milden Temperaturen. Auf jeden Fall eine starke Mehrbelastung für den Staubsauger.

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Die Hundehaar-Ernte hat begonnen. Der Vierbeiner genießt den Einsatz der Erntemaschine.

Quelle: Anke Weber

Von Anke Weber

Dabei heißt es immer, kurzhaarige Hunde seien pflegeleichter. Das Gegenteil ist der Fall. Aus den Kurzhaarigen rieselt das Haar heraus, wie die Nadeln aus trockenen Weihnachtsbäumen. Langhaarige Hunde verstreuen ihre Haare nicht so in der Gegend. Da bleibt alles schön im langen Gewöll hängen, bis der Mensch es mit der Bürste entfernt.

Ich habe schon mehrfach gehört, dass Eier oder Speiseöl bei Fellwechsel hilfreich sein sollen. Entsprechende Tests mit meinem Rüden haben keine Verbesserung ergeben. Jeden Tag ziert erneut ein aparter Haar-Teppich die Wohnräume. Wahrscheinlich fällt das schon in die Kategorie der nachwachsenden Rohstoffe.

Ich denke bereits über Möglichkeiten der Energiegewinnung nach. Nachdem ich Pillen und Pülverchen zur Bekämpfung des Fellwechsels abgewählt habe, war wieder einmal eine Internet-Recherche angesagt. Seitdem liebe ich den Fellwechsel meines Hundes. Und das hat mit dem Marder zu tun.

Der Marder hat gewohnheitsgemäß zu Beginn der kalten Jahreszeit meinen Dachboden bezogen. Das Tier macht sehr viel Lärm. Auch diesbezüglich habe ich schon diverse Tipps bekommen. Mit Pfefferminzöl getränkte Lappen sollen zum Beispiel Marder vertreiben. Aber ich habe im Internet etwas viel Interessanteres erfahren: Wer einen Marder auf dem Dachboden hat, soll dort Hundehaare verstreuen.

Auch Knabber-Attacken an Autos sollen Hundehaare angeblich verhindern. Marder haben nämlich Angst vor Hunden. Allein deren Geruch schlägt sie in die Flucht. Und deshalb meiden Marder auch ein mit Hundehaaren markiertes Terrain. So steht es im Internet.

Natürlich habe ich sofort die Bürste ergriffen und einen Haufen Hundehaare geerntet. Die Beute wurde direkt auf dem Dachboden verteilt. Ich habe ja keine Ahnung vom Haltbarkeitsdatum für Hundehaar-Geruch. Deshalb – und weil mein Hund die Berührung mit der Erntemaschine sehr genießt – wiederhole ich die Prozedur alle paar Tage. Seitdem ist Ruhe da oben.

Was für ein Glück, dass mein Hund gerade verfrüht sein Fell abwirft. Vielleicht kann ich mit den Haar-Büscheln jetzt sogar Geld verdienen. In einem Internet-Forum fragte nämlich ein vom Marder geplagter Mensch, ob ihm jemand Hundehaare schicken könne. Seitdem macht sich bei mir Geschäftstüchtigkeit breit. Möglicherweise ist das ja eine Marktlücke – ein Hundehaar-Versand!

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.